Zweibrücken
Bauarbeiten in der Alten Ixheimer Straße: So geht’s weiter
Es war das bestimmende Thema des Sommers: Weil es beim Abriss des ehemaligen Gasthauses „Zum Kronprinz“ und der alten Schuhmacherei in der Alten Ixheimer Straße unvorhergesehene Probleme gab, war die wichtige Durchgangsstraße oberhalb der Innenstadt monatelang gesperrt. Viel länger als geplant. Seit Herbst klaffen dort nun zwei Baulücken. Die erste soll bald verschwinden.
Beginnen will die Zweibrücker Firma Novum Innovativbau mit Sitz auf dem Kreuzberg in der Alten Ixheimer Straße 4, wo die Schusterei stand. Dort entsteht ein Neubau mit acht Wohnungen. Derzeit ist der Boden noch gefroren, und bei der Kälte lässt sich nicht mauern, aber sobald das Wetter es zulässt, soll es losgehen. „Wir planen mit einem Start im Februar“, sagt Geschäftsführer Alexej Goldnik. Und er beruhigt sogleich die Autofahrer und Geschäftsleute in der Straße: „Der Kran wird im Hof aufgestellt.“ Die Straße bleibe während der Bauphase offen, nur ein Teil des Bürgersteigs werde für die Anlieferungen gesperrt. Dafür komme ein Zebrastreifen auf die Straße, damit Fußgänger problemloser die Straßenseite wechseln können. „Der fließende Verkehr wird gar nicht behindert“, versichert Goldnik. Falls es im Februar losgehen kann, soll der Neubau bis Mitte 2024 stehen.
Los geht’s mit der Hausnummer 4
Die Firma möchte erst das Haus mit der Hausnummer 4 fertig bauen und dann mit dem Eckgrundstück, wo der „Kronprinz“ stand, beginnen. Hierfür gebe es positive Rückmeldungen aus dem Bauamt, aber noch keine Baugenehmigung. Mit ihr rechnet Novum Mitte dieses Jahres. Im Frühjahr möchte die Firma den Bauantrag einreichen. Dass das noch nicht geschehen ist, liegt auch daran, dass die Pläne erweitert wurden, nachdem Novum ein Nachbarhaus kaufen und abreißen musste. Dieses Grundstück wird jetzt ebenfalls bebaut. So entstehen an der Ecke Alte Ixheimer Straße/Maxstraße 28 bis 32 Eigentumswohnungen.
Man habe anfangs überlegt, den „Kronprinzen“ zu sanieren und wieder aufzubauen, aber das sei unmöglich gewesen, erzählt Goldnik: „Dass das Ding überhaupt noch gestanden hat, ist ein Wunder.“ Das Nachbargebäude in der Maxstraße musste mit Stahlträgern aufwendig gestützt werden. Die verschwinden, wenn das neue Gebäude hochgezogen wird.
Gärten über den Parkplätzen
Das neue Gebäude werde „ein paar richtig schöne Besonderheiten“ haben, freut sich der Geschäftsführer. Dazu zählt er vor allem die innenliegenden Gärten. Von der Alten Ixheimer Straße aus fährt man durch ein Tor auf die Parkplätze. Die sind überdacht, dadurch bekommen einige Wohnungen im ersten Stock Terrassen mit Gärten. Den immer mal wieder gehörten Vorwurf, dort entstünden Luxuswohnungen, weisen Goldnik und Siegfried Wistowski, der fürs Marketing zuständig ist, zurück. Beide sprechen im Gespräch mit der RHEINPFALZ, an dem auch Verkaufsleiter Viktor Schuhmacher teilnimmt, von einem „sehr hohen Standard“. Da Novum aber von der Planung bis zur Vermarktung vieles selbst mache, blieben die Kosten niedriger als bei einer Firma, die viele Schritte an andere Firmen vergeben muss.
Zu den Käufern zählen laut Goldnik Leute, die den Kauf gar nicht finanzieren müssen. Aber nicht, weil sie so reich sind, sondern weil sie wissen, dass sie bald ihre Lebensversicherung ausbezahlt bekommen oder bald das Haus ihrer Eltern verkaufen. Was die Käufer mit den Wohnungen machen, darauf nimmt Novum keinen Einfluss. Die Firma baut und verkauft, vermietet aber nicht. Ob die Käufer selbst einziehen oder die Wohnungen vermieten, spielt beim Verkauf keine Rolle. Für den Neubau Hausnummer 4 sind bereits drei der acht Wohnungen reserviert, darunter das Penthouse. Die Vermarkung des fast viermal so großen Eckhauses hat noch nicht begonnen.
2022 „war ja der Horror“
Ursprünglich waren die acht Wohnungen auf dem Schusterei-Gelände bereits alle an den Mann gebracht. Aber nachdem sich alles verzögerte, hatte Novum den Interessenten angeboten, vom Kauf zurückzutreten. Das sei noch vor den starken Preissteigerungen gewesen, sagt Alexej Goldnik. Zum Jahr 2022 sagt er: „Das war ja der Horror.“ Teurere Baupreise und steigende Kreditzinsen hätten dazu geführt, dass das Kundeninteresse massiv eingebrochen sei, auch wenn man noch gut durchs Jahr gekommen sei. Die Firma verkauft nicht nur Eigentumswohnungen und bezugsfertige Häuser, sondern baut auch Häuser nach Kundenwünschen. Vorm Ukraine-Krieg habe man 30 bis 40 Neuinteressenten gehabt, das sei vergangenes Jahr geschrumpft auf zehn. Nun seien es wieder um die 20, aber die hätten feste Bauabsichten.
„Wir sind alle aus Zweibrücken und wohnen hier seit 30 Jahren“, sagt Siegfried Wistowski zum Hintergrund der Firma, die derzeit auch einige Projekte bei Saarlouis verwirklicht. Alexej Goldnik sagt aber: „Wir würden gerne alles hier in Zweibrücken machen.“ Dazu zählt eine Idee, die derzeit gar nicht umsetzbar ist: ein Wohnpark auf dem Gelände der Weißen Kaserne am Bahneinschnitt. „Da wäre auf jeden Fall Interesse da“, sagt er. Und er hat auch schon eine Vorstellung: Bis auf das bereits sanierte Gebäude an der Oselbachstraße müsste man „alle Kasernen plattmachen“. Auf dem parkähnlichen Gelände könnte man dann Doppelhäuser und Reihenhäuser bauen. Goldnik findet: „Das hätte einen besonderen Charme.“