Galeria Karstadt Kaufhof RHEINPFALZ Plus Artikel Onlinehändler will Speyerer Kaufhaus retten

Wieder wird in Speyer gezittert: Die Zukunft der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filiale in der Maximilianstraße ist erneut ungewiss.
Wieder wird in Speyer gezittert: Die Zukunft der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filiale in der Maximilianstraße ist erneut ungewiss.

Galeria Karstadt Kaufhof will viele seiner Filialen schließen. Ob der Speyerer Standort dazugehört, ist offen. Nun zeigt ein Onlinehändler offenbar Interesse.

Der Onlinehändler Buero.de hat einem Medienbericht zufolge ein Übernahmeangebot für 47 Filialen der insolventen Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof unterbreitet. Das berichtete die „Bild“ am Montag unter Verweis auf Unternehmenskreise. Buero.de ist demnach besonders an Standorten in mittelgroßen Städten interessiert. Darunter sollen auch die Filialen in Speyer, Bad Kreuznach und Heidelberg sein.

Der Unternehmenschef von Buero.de, Markus Schön, bestätigte auf der Internetseite des Unternehmens indirekt, mit dem Insolvenzverwalter Kontakt aufgenommen zu haben, indem dort Auszüge aus dem entsprechenden Medienbericht veröffentlicht wurden. „Wir hoffen sehr, dass der Konzern auf unser Angebot eingeht und damit eine Rettung der Filialen und Arbeitsplätze möglich macht“, heißt es dort unter anderem. Auf eine Anfrage reagierte das Unternehmen am Montag nicht.

Nur wenige Kaufhäuser sollen übrig bleiben

Galeria hatte vergangene Woche Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz kündigte erhebliche Einschnitte an. Nur ein harter Kern werde von den jetzt 131 Kaufhäusern übrig bleiben, sagte er. Demnach könnte wohl vor allem vielen Filialen in kleinen und mittelgroßen Städten eine Schließung drohen. Das stärkt die Befürchtungen um den Speyerer Standort in der Maximilianstraße, der eher zu den kleinen Kaufhof-Häusern gehört. Um ihn wurde auch 2020 schon gebangt, als es mit Schließungen in der Umgebung die Standorte Landau und Worms traf.

Der Konzern bestätigte gegenüber der RHEINPFALZ, dass „in Kürze“ ein persönliches Treffen zwischen dem Insolvenzverwalter und dem Unternehmenschef von Buero.de geplant sei. Davon unabhängig suche der Konzern das Gespräch mit den Vermietern. Zur Zukunft einzelner Filialen wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Diese hänge stark von den Gesprächen mit den Vermietern ab, bei denen es neben der Miete auch um Themen wie energetische Sanierung, Modernisierung und andere Baumaßnahmen gehen werde.

„Würde mich wundern“

Der Gewerkschaft Verdi liegt zu dem Interesse von Buero.de an der Speyerer Filiale bislang nichts Offizielles vor. „Beim Haus in Bad Kreuznach hatten wir schon Informationen, dass sich Kaufhof von ihm trennen könnte“, sagte Monika Di Silvestre, Landesfachbereichsleiterin Handel bei Verdi. „Bei Speyer würde es mich persönlich wundern, weil das Haus gut dastehen soll, weiter ein Magnet für die Innenstadt ist und die Speyerer für es kämpfen werden.“

Auch der Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für die Region Pfalz, Rüdiger Stein, äußerte sich gegenüber der RHEINPFALZ zurückhaltend: „Buero.de ist bei uns eher als Onlinehändler bekannt, deshalb könnten wir nur darüber mutmaßen, wie dieser ein stationäres Kaufhaus betreibt.“

Sechs Filialen in Rheinland-Pfalz

Hintergrund für die Probleme bei Galeria Karstadt Kaufhof sind nach Angaben des Managements die Energiekrise und Konsumflaute. Die 680 Millionen Euro Finanzhilfen des Bundes reichten nicht, um die Firma auf Kurs zu bringen. Verhandlungen über weitere Staatshilfen wurden beendet.

In Rheinland-Pfalz gibt es derzeit noch sechs Filialen, zwei in Trier, jeweils eine in Koblenz, Mainz, Bad Kreuznach und Speyer. Weitere Häuser in der Region stehen in Mannheim, Heidelberg und Saarbrücken. Insgesamt sind aktuell rund 18.000 Menschen bei Galeria Karstadt Kaufhof beschäftigt.

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