Gommersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Oft getrennt doch stets vereint: Ingrid und Theo Damian feiern Eiserne Hochzeit

Fanden bei einer Theateraufführung zueinander: Ingrid und Theo Damian.
Fanden bei einer Theateraufführung zueinander: Ingrid und Theo Damian.

Vor 65 Jahren heirateten Ingrid und Theo Damian in Gommersheim. Seither gehen sie gemeinsam durchs Leben – wenn auch beruflich oft getrennt.

Am 2. Juni 1961 kam es in Niedersachsen zur schlimmsten Hochwasserkatastrophe seit 100 Jahren. Auch Hessen und Rheinland-Pfalz wurden von schweren Unwettern getroffen. Nur gut, dass Gommersheim davon verschont blieb. So konnten sich Ingrid Sutter und Theo Damian auf den Weg zum Rathaus begeben.

Doch nicht nur für das Brautpaar sollte es ein unvergesslicher Tag werden, sondern auch für den Standesbeamten: Die Damians waren das einzige Paar, das Ludwig Vester je getraut hat. Weil der damalige Ortschef kurzfristig erkrankt war, übernahm Vester als Erster Beigeordneter. Die kirchliche Trauung folgte einen Tag später in der protestantischen Kirche in Gommersheim. Zur Feier ging es dann ins Gasthaus Waldmannsburg in Hambach. „Rechtzeitig zu Beginn der Fahrt hörte der Nieselregen auf“, erzählt das Paar.

Beim Theater hat’s gefunkt

Es war bei beiden nicht die berühmte Liebe auf den ersten Blick. „Wir kannten uns zwar, da wir ja beide in Gommersheim wohnten, aber durch den Altersunterschied trafen sich unsere Wege nicht so oft“, berichtet Theo Damian. Das änderte sich bei einer Theateraufführung im Ort, für die beide auf der Bühne standen. Aus einem anfangs noch zarten Funken entwickelte sich schließlich die große Liebe.

Am 15. April 1964 kam Sohn Rüdiger zur Welt. Enkelkinder haben die Damians nicht. „Darauf hat man ja auch keinen Einfluss. Man kann ja nicht alles selber machen“, sagt Theo Damian und lacht. 1969 bezogen die beiden ihr selbstgebautes Eigenheim in der Geinsheimer Straße. Das 2300 Quadratmeter große Grundstück voll prächtiger Blumen und Sträucher pflegt Ingrid Damian noch gerne selbst, kann aber auch auf Unterstützung von Freunden und Bekannten bauen.

Die am 6. August 1940 im Neustadter Vorort Geinsheim geborene Ingrid Damian kam im Alter von einem Jahr mit ihren Eltern nach Gommersheim. Sie wohnten bei ihrer Urgroßmutter. Ingrid Damian absolvierte eine Lehre als Hauswirtschafterin, legte später ihre Meisterprüfung im Haus der Familie in Landau ab. Jahrelang hielt sie Kochkurse, war lange Vorsitzende der Gommersheimer Landfrauen und initiierte Treffen unter dem Motto „Geselligkeit durch Tanz und Spiel“. Mit ihrem Mann organisierte sie auch Modenschauen.

Immer auf Achse

Theo Damian ist ein echter Gommersheimer, kam am 17. September 1934 zur Welt. Er erinnert sich an seine Zeit 1948/49 in der städtischen Handelsschule in Ludwigshafen: „Ich musste morgens um 4.20 Uhr mit dem Pfefferminzbähnel bis Speyer fahren und dort umsteigen. In Ludwigshafen musste ich dann durch die vielen Trümmer laufen, die als Folge des Zweiten Weltkriegs noch vorhanden waren.“

Er lernte den Beruf des Industriekaufmanns, arbeitete in einer Maschinenfabrik in Speyer und im Außendienst beim Getränkelieferanten Lehr in Lustadt, ehe er Vertriebsleiter bei der Firma Quint in Trier wurde. Diese Tätigkeit brachte es mit sich, dass er unter der Woche und auch an vielen Wochenenden nicht zu Hause war. Erst im Alter von 73 Jahren ging er in den Ruhestand.

Obwohl er ständig unterwegs war, fand er Zeit, sich in Gommersheimer Vereinen zu engagieren. So spielte er beim örtlichen SV Fußball, war 23 Jahre stellvertretender Vorsitzender beim Gesangverein, 18 Jahre Presbyter in der protestantischen Kirche, engagierte sich bei „Leben im Dorf“ und ist bis heute Vorsitzender des Heimatvereins. Mit 80 Jahren legte er sich einen Schäferhund zu und lernte zudem noch das Mundharmonikaspielen. „Er holte nach, was er bis dahin versäumte“, sagt seine Frau.

Nie im Streit zu Bett

Ingrid Damian blickt auf die Zeit zurück, in der ihr Mann beruflich viel unterwegs war: „Solange ich meine Kurse hielt, fiel mir die Trennung gar nicht so schwer. Sonntags aber ging ich nur ungern in die Stadt. Ich konnte den Anblick verliebter händchenhaltender Paare kaum ertragen.“ Das Rezept für ihre lange Ehe: „Wir gehen nie im Streit zu Bett.“

Am 5. Juni wird ab 15.30 Uhr zu Ehren des Paares in der evangelischen Kirche in Gommersheim ein Gottesdienst zelebriert.

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