FCK
Carlo Sickingers harte Arbeit zurück auf den Platz
Carlo Sickinger will nicht um den heißen Brei herumreden. Nicht nur bei seinem 1. FC Kaiserslautern, sondern auch bei ihm persönlich ist es in dieser Drittligasaison ganz und gar nicht nach Plan gelaufen. Verletzungen warfen den 23-Jährigen, der im defensiven Mittelfeld wie auch in der Innenverteidigung einsetzbar ist, immer wieder zurück. Erst war es der Rücken, im Februar zog er sich dann in Ingolstadt einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zu.
Manch einer befürchtete gar das Saisonaus für den aus Stutensee bei Karlsruhe stammenden Sickinger. Nicht aber er selbst. „Ich habe dafür wirklich hart gearbeitet und bin sehr froh, dass ich in dieser Form zurückgekommen bin.“ Allerdings gesteht der Defensivmann auch: „Ich hätte nicht gedacht, dass es noch so viele Spiele in der Saison werden.“ Nur wenige Tage, nachdem er wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen war, durfte er im Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken noch eine Viertelstunde mithelfen, den 2:1-Derbysieg über die Zeit zu bringen. FCK-Trainer Marco Antwerpen zeigte sich sehr angetan davon, in welch gutem körperlichen Zustand Sickinger zurückgekehrt war.
Dankbar für Fan-Unterstützung
Antwerpen war es auch, der in seiner ersten Amtshandlung dem seit 2013 für die Roten Teufel spielenden Sickinger die Spielführerbinde nahm – um ihn von einem Rucksack zu befreien. Bald darauf folgte der Muskelbündelriss. Keine einfache Zeit für den 1,83-Meter-Mann. Und für den FCK, der immer tiefer in den Tabellenkeller rutschte. Nach der 0:1-Niederlage am 20. März im Kellerduell beim 1. FC Magdeburg habe sich etwas innerhalb des Teams getan. „Ab dem Zeitpunkt hat sich keiner mehr ausgeruht, weder im Training noch in den Spielen“, sagt Sickinger. Spät, aber noch nicht zu spät, um den Absturz in die Viertklassigkeit zu verhindern. „Keiner will, dass wir absteigen. Ich sowieso nicht, weil ich schon lange hier bin und mir einiges am Verein liegt.“
Beim jüngsten 3:2-Heimsieg gegen Schlusslicht SpVgg Unterhaching durfte Sickinger über 90 Minuten ran. Er ist dankbar für das Vertrauen des Trainers, aber auch für die Steuerung der Einsatzzeiten. Dankbar, das ist Sickinger zudem für die Unterstützung der Fans in diesen Corona-Zeiten. „Das war die letzten Wochen schon überragend, besonders vor den Derbys.“ Der Schulterschluss, er soll auch seinen Teil dazu beitragen, dass es mit dem Klassenerhalt was wird. Nun über dem Strich zu stehen, sei ein gutes Gefühl.
Mit dicken Knöchel nach München
„Aber es wäre verkehrt zu denken, jetzt läuft es von alleine. Wir haben ein extrem schweres Spiel vor der Brust. Wir müssen mindestens die Einstellung und die spielerische Klasse auf den Platz bringen, wie die letzten Wochen“, betont der Defensivspieler. Am Dienstagabend (19 Uhr, Magenta Sport, Liveblog auf rheinpfalz.de) geht es beim TSV 1860 München gegen eine Mannschaft, die noch mittendrin im Aufstiegsrennen ist. „Es treffen zwei Teams aufeinander, die gut drauf sind. Deswegen gehe ich davon aus, dass es ein sehr gutes Drittliga-Spiel wird. Wir wollen was mitnehmen.“ Fehlen wird dem FCK im Stadion an der Grünwalder Straße erneut Angreifer Daniel Hanslik, der wegen einer Oberschenkelverletzung passen muss, wie Antwerpen am Montag sagte.
Sickinger selbst geht mit einem dicken Knöchel in die Partie – passiert ist dies vergangene Woche im Training. „Es sind zum Glück keine Bänder verletzt, ich werde draufbeißen.“ Wie es nach der Saison für ihn weitergeht, ist noch unklar. Der Vertrag läuft Ende Juni aus. Dass Sportchef Thomas Hengen Gespräche hintenanstellt, das Augenmerk rein auf den Abstiegskampf legen will, begrüßt Sickinger: „Das ist der richtige Weg. Wir sollten den Fokus voll auf das Sportliche richten.“
