Bad Kreuznach RHEINPFALZ Plus Artikel Todesdrohung nach Maskenstreit: Was die Verdächtige über den Vorfall sagt

„Sie gehören ebenfalls abgeknallt“: Als sie auf ihre fehlende Maske angesprochen wurde, soll eine Frau beim Aussteigen aus dem Z
»Sie gehören ebenfalls abgeknallt«: Als sie auf ihre fehlende Maske angesprochen wurde, soll eine Frau beim Aussteigen aus dem Zug in Bad Kreuznach auf den Mord in Idar-Oberstein angespielt haben.

Ermittler haben in Bad Kreuznach eine Frau gefasst, die im Streit um die Maskenpflicht im Zug einer Mitreisenden mit einer Bluttat wie in Idar-Oberstein gedroht haben soll. Doch die Verdächtige widerspricht – zum Teil.

Es soll eine heftige Drohung gewesen sein, die diese Frau am Donnerstag in Bad Kreuznach beim Aussteigen aus dem Zug einer Mitreisenden entgegenschleuderte. „Sie wissen ja, was in Idar-Oberstein passiert ist, Sie gehören ebenfalls abgeknallt“ – so hat das mutmaßliche Opfer den Satz der Polizei überliefert. Und gesagt: Zuvor hatte die Unbekannte sie von hinten getreten. Weshalb sie sich umgedreht und die Angreiferin auch auf ihre fehlende Maske angesprochen hatte.

Auf die Lauer gelegt

Nun haben Beamte der Bundespolizei die Verdächtige gefasst. Von ihr gab es Aufnahmen aus einer Überwachungskamera. Also legten sich Ermittler am Montag am Bad Kreuznacher Bahnhof auf die Lauer. Denn sie vermuteten, dass die Gesuchte regelmäßig die gleichen Züge benutzt – und damit lagen sie richtig. Die Frau hat laut Polizei auch eingestanden, dass sie in den Vorfall verwickelt war. Aber sie stellt den Hergang anders dar als das mutmaßliche Opfer.

Getreten haben will sie demnach nur, weil ihr die andere Frau trotz Abstandsregeln zu nahe kam – was sich allerdings bezweifeln lässt, wenn sie hinter der Betroffenen stand. In einem weiteren Punkt scheint die Verdächtige jedoch die Wahrheit zu sagen, jedenfalls auf den ersten Blick: Sie behauptet, sehr wohl eine Maske getragen zu haben. Und das den Ermittlern bislang vorliegende Bildmaterial zeigt sie laut Polizeisprecherin tatsächlich mit Mund-Nasen-Bedeckung.

Weitere Zeugin befragen

Allerdings bleibt denkbar, dass sie den Schutz erst nachträglich überzog. Also werden die Ermittler jetzt prüfen, ob zusätzliche Bilder ihnen da mehr verraten. Außerdem können sie eine Zeugin des Vorfalls befragen, die sich mittlerweile bei ihnen gemeldet hat. Die kann ihnen dann vielleicht auch mehr über die Anspielung auf die Bluttat in Idar-Oberstein sagen, bei der vor gut einer Woche ein Tankstellen-Kassierer erschossen wurde.

Der Täter hatte sich offenbar darüber geärgert, dass er beim Bier-Kauf eine Maske aufsetzen sollte. Und in den Folgetagen berichtete die Polizei von mehreren Zusammenstößen, bei denen Kritiker der Corona-Regeln im Streit mit anderen Menschen ähnliche Gewalttaten in Aussicht stellten. So hat demnach am Freitag in einem Landauer Bekleidungsgeschäft ein 82-Jähriger einer Verkäuferin den Tod angedroht, nachdem sie ihn auf die Abstands-Vorschriften hingewiesen hatte.

Die Verdächtige aus dem Zug in Bad Kreuznach allerdings behauptet: Sie hat zwar etwas über Idar-Oberstein gesagt, aber ohne dabei eine Drohung zu formulieren.

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