Saarland Linke: Missbrauch an Saar-Uniklinikum könnte sich wiederholen

Jahrelang soll ein mutmaßlich pädophiler junger Mann seine Position als Assistenzarzt und Judotrainer ausgenutzt haben, um Kinde
Jahrelang soll ein mutmaßlich pädophiler junger Mann seine Position als Assistenzarzt und Judotrainer ausgenutzt haben, um Kinder sexuell zu missbrauchen. Ende 2014 wurde ihm vom Uniklinikum in Homburg gekündigt.

Der Untersuchungsausschuss des Saar-Landtags zum Kindesmissbrauchsskandal am landeseigenen Uniklinikum in Homburg hat seinen Abschlussbericht fertig. Die Veröffentlichung steht noch aus. Nach Meinung der Oppositionsfraktion Die Linke hat ein „Kartell des Schweigens, Wegschauens und Vertuschens“ jahrelangen Missbrauch an Kindern in der Jugendpsychiatrie nicht unterbunden.

Der Skandal habe kaum Konsequenzen gehabt, kritisiert Die Linke in ihrem Votum. Deshalb sei „nicht auszuschließen, dass sich ein derartiger Vorfall jeder Zeit am Universitätsklinikum wiederholen kann, und dass sich die Aufsichtsbehörden und die politische Führung erneut wegducken“, so Die Linke. Im Juni 2019 hatte das ARD-Magazin „Monitor“ enthüllt, dass ein 2016 gestorbener Assistenzarzt der Jugendpsychiatrie Kinder bei Untersuchungen sexuell missbraucht haben soll. Eltern der womöglich betroffenen Kinder waren erst da informiert worden. Bis zu 300 Kinder könnten zwischen 2003 und 2014 betroffen gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft hatte damals ermittelt – das Verfahren nach dem Tod des Arztes eingestellt. Zwei Fälle waren kurz vor dessen Tod laut Ermittlern jedoch reif für eine Anklage. Der Landtag hatte im Herbst 2019 einen Untersuchungsausschuss eingesetzt. Nach zwei Jahren Arbeit, der Vernehmung zahlreicher Zeugen – unter ihnen auch Annegret-Kramp-Karrenbauer (CDU) in ihrer damaligen Funktion als Saar-Wissenschaftsministerin und saarländische Ministerpräsidentin – liegt dessen 486-Seiten-Bericht vor. Die Debatte darüber im Landtag könnte noch im Januar erfolgen. Die Regierungsfraktionen aus SPD und CDU sowie die AfD gaben am Mittwoch auf Anfrage keine Stellungnahme zu dem Papier ab.

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