Coronavirus RHEINPFALZ Plus Artikel Ab Montag wieder Besuche in Altenheimen möglich

Das Leben in den Altenheim ändert sich ab 3. Mai.
Das Leben in den Altenheim ändert sich ab 3. Mai.

Besucher dürfen ihre geimpften Angehörigen in Pflegeheimen ab kommendem Montag wieder in den Arm nehmen. Das ist eine der Lockerungen, die die neue Landesverordnung über die Corona-Bekämpfung in Altenheimen und in Wohnformen für beeinträchtigte Menschen vorsieht. Die Regeln hat das Gesundheitsministerium am Dienstagabend veröffentlicht. Wie sehr die Normalität im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten zurückkehren kann, hängt von der Impfquote in den Heimen ab.

Größte Freiheit dort, wo fast alle geimpft sind

Vorgegangen wird in drei Stufen, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch präzisierte. Wenn mindestens 90 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner geimpft sind oder einen Immunschutz nach einer überstandenen Erkrankung haben, gibt es keine Einschränkungen mehr bei der Anzahl der täglichen Besucher.

Bei einer Quote von weniger als 75 Prozent dürfen nur zwei Personen täglich zu Besuch kommen. Die Kontaktdaten müssen nach wie vor in allen Fällen erfasst werden, Besucher müssen weiterhin eine FFP2-Maske tragen.

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Eine Testpflicht vor dem Besuch gilt dann, wenn die Einrichtung in einem Landkreis oder einer Stadt liegt, in der die Inzidenz über 100 Infizierte pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt. Ausgenommen von der Testpflicht sind vollständig geimpfte oder genesene Besucher, deren Erkrankung maximal ein halbes Jahr zurückliegt oder die zusätzlich eine Impfdosis erhalten haben. Bewohner, die bereits immunisiert sind, dürfen künftig auch wieder in den Arm genommen werden. Bei ihnen sind „nähere physische Kontakte mit Besucherinnen und Besuchern möglich“, heißt es in der Verordnung.

Wieder gemeinsam essen und spielen

Lockerungen sind auch für das Leben innerhalb der Einrichtung vorgesehen. Bei einer Impfquote von mehr als 90 Prozent sind Gemeinschaftsaktivitäten ohne Einhaltung des Abstandsgebots möglich. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird empfohlen, ist aber nicht verpflichtend. Mehr als ein Drittel aller Heime haben laut Ministerium eine Immunisierung von über 90 Prozent, die Hälfte eine über 75 Prozent und lediglich etwa ein Zehntel liegt unter 75 Prozent.

Die Impfkampagne in diesen Einrichtungen brachte einen deutlichen Rückgang an Corona-Infektionen mit sich: Im Dezember gab es rund 2000 Fälle in den 470 Heimen, aktuell sind es 64 Fälle unter den rund 40.000 Heimbewohnern in Rheinland-Pfalz. Ende Mai sollen dann auch alle Impfungen der zweiten Runde in den Heimen abgeschlossen sein.

„Gefühlte Ungerechtigkeiten“

Unterdessen scheint es mehr Beschwerden und Anfragen zu „gefühlten Ungerechtigkeiten“ bei der Vergabe von Impfterminen zu geben. Angesichts von aktuell rund einer halben Million offenen Impfterminen verständlich – das Land bezifferte die Anzahl der Menschen im „Impfpool“ am Mittwoch auf 470.000 (Stand Dienstag). Impfkoordinator Alexander Wilhelm (SPD) bat die Menschen daher um Geduld. Er und Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) betonten am Mittwoch, dass die Reihenfolge beim Impfen „weitestgehend“ eingehalten werde.

Lediglich die 20.000 Lehrer aus der Priorisierungsstufe 3 würden aktuell vorgezogen. Sie seien schließlich im Unterricht und bei den Corona-Schultests dabei. Auch regional könne es Unterschiede geben. Im Impfzentrum Südwestpfalz etwa seien die Termine für „Prio2“ abgearbeitet, sodass jetzt welche aus der Nachfolgegruppe an der Reihe seien.

Konzern nennt keine Zahlen

Auch die BASF impft bereits Beschäftigte aus der Gruppe 3, wie der Konzern auf Nachfrage bestätigte. Seit 26. April sei firmenintern die Registrierung möglich – drei Tage, nachdem dies landesweit machbar war. Zu der genauen Anzahl der Mitarbeiter, die bisher im eigenen Zentrum geimpft wurden und dazu, wie viele aus der „Prio3“ sind, sagte BASF nichts. Basierend auf früheren Angaben, könnten bereits bis zu 6000 Beschäftigte am Arbeitsplatz den Corona-Schutz bekommen haben. Weder BASF noch das Gesundheitsministerium nannten die Anzahl der Impfdosen, die die BASF vom Land bislang erhielt. Aktuell sind BASF und VW bundesweit die einzigen Unternehmen, in denen Betriebsärzte impfen. Weitere könnten laut Bundesgesundheitsminister im Juni folgen.

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