Fragen und Antworten
Mehr Impfungen im BASF-Impfzentrum
Wieso darf die BASF jetzt schon im Unternehmen impfen?
Das Impfzentrum des Chemiekonzerns ist offiziell als Corona-Impfzentrum durch die Landesregierung Rheinland-Pfalz anerkannt. Es handelt sich um ein Modellprojekt „Betriebsarztimpfungen“, mit dem das Land Erfahrungen sammeln will über Impfungen in Betrieben. Die BASF hatte sich spätestens seit Anfang März intensiv darum bemüht, ein Impfzentrum einrichten zu können.
Von wem und nach welchen Kriterien bekommt die BASF den Impfstoff? Erhält der Konzern mehr als andere Impfzentren in Rheinland-Pfalz?
Nach Angaben des Mainzer Gesundheitsministeriums unterliegt das Impfzentrum der BASF den gesetzlichen Bestimmungen, die für alle Impfzentren in Deutschland gelten. Die Impfstoffverteilung erfolgt zentral über das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie der Landesregierung. Der Impfstoff stammt aus dem Kontingent des Landes Rheinland-Pfalz. Die Zuteilung der Impfstoffmenge richtet sich demnach anteilig nach der Anzahl der impfberechtigten Mitarbeiter. Genauso, wie die Impfstoffkontingente der anderen Impfzentren des Landes nach der Bevölkerungszahl der jeweiligen Gebietskörperschaft und den Bedarfen der mobilen Teams des Gebietes zugewiesen werden. Da die impfberechtigten Mitarbeiter der BASF großteils unter 60 Jahren seien, so die Landesregierung, erhielten sie einen mRNA-Impfstoff, genauso wie alle impfberechtigten Personen unter 60 Jahren in anderen Impfzentren.
Wie viele BASF-Beschäftigte werden derzeit geimpft?
Nach Angaben des Chemiekonzerns sind es aktuell rund 600 Impfungen täglich. Das sei die derzeitige maximale Tages-Kapazität. In der vergangenen Woche war hier noch von bis zu 400 Impfungen pro Tag die Rede. Im weiteren Verlauf will die BASF auf 1200 Impfungen pro Tag erhöhen, wenn die nötigen Zweitimpfungen anstehen. Dann soll es 600 Erstimpfungen und 600 Zweitimpfungen pro Tag geben. Der Impfstoff wird nach Angaben des Konzerns „verimpft wie er reinkommt“. Das Unternehmen wisse im Vorhinein nicht genau, wann wie viel von welchem Impfstoff durch die Landesregierung zugeteilt werde. Danach richte sich, wie viel wöchentlich geimpft werde.
Welcher Impfstoff wurde in dieser Woche verimpft?
Wie in der Vorwoche auch, wurde der BASF der Impfstoff von Biontech geliefert.
Wer wird überhaupt geimpft?
Die BASF impft derzeit weiterhin nur BASF-Beschäftigte am Standort Ludwigshafen, die zur Impfgruppe 2 gehören, zum Beispiel aufgrund schwerer Vorerkrankungen.
Muss jemand auf eine Impfung verzichten, weil die BASF jetzt so viele Impfdosen bekommt?
Das Mainzer Gesundheitsministerium antwortet: Nein, auch bei der Impfreihenfolge müsse die BASF die Vorgaben der Corona-Impfverordnung und des Landes einhalten. Geimpft würden im Impfzentrum der BASF aktuell rund 4000 Beschäftigte der Prioritätsgruppe 2 gemäß Paragraf 3 der Coronavirus-Impfverordnung. Die BASF teilt zu dieser Frage mit, es bekomme niemand einen Impftermin, der nicht auch extern regulär entsprechend der Priorisierung einen Termin bekommen würde. Das bedeute, die Beschäftigten der BASF, die das Unternehmen derzeit impfe, hätten auch außerhalb der BASF jetzt schon einen Impfanspruch. Das BASF Impfzentrum sei ein zusätzliches Angebot über die Impfzentren und Hausärzte hinaus.
Wieso erhält die BASF so viel Impfstoff und Hausärzte so wenig?
Die Landesregierung antwortet hier, der Bund sei dafür zuständig. Er lege die Bundeskontingente für die Lieferungen an die Arztpraxen fest. Der Impfstoff gehe vom Bund an den Pharmagroßhandel und dann über die Apotheken an die Praxen. Das Land sei in diesen Prozess nicht eingebunden.
Viele Hausärzte hatten sich beklagt, dass sie viel mehr Dosen verimpfen könnten, als gelieferten würden. Das Bundesgesundheitsministerium hat darauf hingewiesen, dass für die rund 50.000 Hausarztpraxen zunächst nur eine begrenzte Liefermenge pro Woche zur Verfügung stehen wird. Die Bestellmenge sei zunächst auf 18 bis maximal 50 Impfstoffdosen pro Woche begrenzt. Das Ministerium erwartet aber, dass in den kommenden Wochen die verfügbaren Mengen der Covid-19-Impfstoffe zunehmen wird und dann auch die Liefermengen an Arztpraxen erhöht werden können.
Legt die BASF bei Impfstoffen, die zwei Impfungen erfordern, eine Dosis zurück? Oder verimpft sie alle Dosen gleich?
Die BASF nimmt nach eigenen Angaben im Moment nur Erstimpfungen vor und kalkuliert dann im weiteren zeitlichen Verlauf eine entsprechende Anzahl von Zweitimpfungen ein.
Wann werden andere Unternehmen ihre Beschäftigten impfen?
In Deutschland gibt es rund 12.000 Betriebsärzte. Sie dürfen in den Betrieben bislang noch nicht impfen. Viele, vor allem große Unternehmen, stehen aber in den Startlöchern und sind vorbereitet. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen die Betriebsärzte ab Juni mit Impfungen in den Unternehmen beginnen können.
Zu den Modellprojekten wie bei BASF und VW, bei denen das Impfen in Unternehmen jetzt schon möglich ist, gesellt sich ab kommender Woche der Kranhersteller Liebherr mit seinem Werk in Ehingen (Baden-Württemberg) mit rund 4000 Beschäftigten. Auch hier will das Land Baden-Württemberg den Ablauf von Impfungen in Betrieben vorab erproben.