Im Garten
Studie: Safran-Krokusse sind „Europäer“
„Crocus sativus, eine kleine lila Blume mit drei knallroten Narben. Sie sieht den in Frühlingsbeeten omnipräsenten Krokussen zum Verwechseln ähnlich, ist jedoch um einiges wertvoller.“ So charakterisiert das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben in Sachsen-Anhalt den Safran-Krokus. Ein Forscherteam um den aus dem vorderpfälzischen Hochdorf-Assenheim (Rhein-Pfalz-Kreis) stammenden Wissenschaftler Frank Blattner konnte 2019 die Herkunft dieses Herbstblühers, aus dem das teuerste Gewürz der Welt gewonnen wird, herausfinden.
Zwei Studien haben nun aufgezeigt, dass der Safran-Krokus von einem griechischen Vorfahren abstammt. Aufgrund seiner ausgedehnten landwirtschaftlichen Verbreitung sei die Herkunft des Safrans bis vor Kurzem noch unbekannt gewesen, so Blattner.
Die Arbeitsgruppe „Experimentelle Taxonomie“ von Blattner ging daher auf Exkursionen, um die benötigten einheimischen Proben aller relevanten Pflanzenarten zu sammeln. Durch die Analyse von genomweiten Unterschieden im Erbgut und der Untersuchung der Chloroplastengenome der verschiedenen Krokus-Arten konnten die Forscher die Art bestimmen, welche Crocus sativus genetisch am meisten ähnelt.
Wilde Art alleiniger Vorfahre
So wurde die wilde Krokus-Art Crocus cartwrightianus aus Griechenland als der alleinige Vorfahre der modernen Safran-Pflanze identifiziert. Zugleich wurde festgestellt, dass Safran aus Attika, der Gegend um die griechische Hauptstadt Athen, stammt. „Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden zudem durch eine unabhängige, komplementierende Studie der Technischen Universität Dresden bestätigt“, heißt es von Seiten des IPK.
Die Dresdner Wissenschaftler in der Arbeitsgruppe des inzwischen verstorbenen Professors Thomas Schmidt hätten eine vergleichende Chromosomenanalyse mit Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) von verschiedenen Krokus-Arten durchgeführt, heißt es weiter. Die Genome zweier Crocus cartwrightianus-Pflanzen seien fusioniert, so die Forscher.
Überraschend sei gewesen, dass das Hauptanbaugebiet für Safran heute eindeutig außerhalb des Verbreitungsgebietes seines Vorfahrens Crocus cartwrightianus liegt, da Crocus sativus in trockeneren und höher gelegenen Regionen gedeiht“, teilt das IPK mit.
Uralte Kulturpflanze
Safran ist eine uralte Kulturpflanze, die schon in der Antike verwendet wurde. Dies beweisen Darstellungen auf Fresken auf Kreta und Santorin, die schon älter als 3600 Jahre sind und die Verwendung der getrockneten Blütennarben des Safran-Krokusses zeigen.
„Heutzutage wird die wertvolle Pflanze vor allem im Iran angebaut, wo mehr als 90 Prozent des weltweiten Safranertrags produziert wird“, informiert das IPK. „Aber aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit werden kleine Mengen Safran sogar in eher unwahrscheinlich anmutenden Ländern wie der Schweiz und Deutschland erzeugt.“ Das Forschungsergebnis wird Pflanzenzüchtern helfen, neue Safranlinien züchten zu können.
