Im Garten
Klee: Warum er für den Garten so wichtig ist
Klee gibt es in fast 250 verschiedenen Arten, die alle zur großen Familie der Hülsenfrüchtler, den Leguminosen, gehören. Klee ist an seinen typischen dreifiedrigen Blättern gut zu erkennen. Auch die kopfförmige Blüte, meist in weiß oder rot, ist markant.
Eine recht große Bedeutung hat Klee in der Landwirtschaft, denn er liefert schmackhaftes Viehfutter mit hohem Eiweiß- und Mineralstoffanteil. Vor allem Rot- und Weißklee, Alexandrinerklee, Inkarnatklee, Perser- und Hornklee werden dafür angebaut. An Boden und Klima stellt Klee zudem nur wenige Ansprüche. Um ordentlich Futtermasse zu liefern, darf der Himmel aber nicht allzu geizig mit Niederschlag sein.
Schon seit Anfang des 18. Jahrhunderts ist die Leguminose ein wichtiger Bestandteil der landwirtschaftlichen Fruchtfolge. Relativ problemlos lässt sie sich im Anschluss an sämtliche Kulturpflanzen anbauen, ist dabei aber nicht mit sich selbst verträglich. Das bedeutet: Klee nach Klee sollte nicht sein. Es müssen Anbaupausen von drei bis fünf Jahren gemacht werden.
Futter für den Boden
Klee verbessert durch seine große Wurzelmasse die Bodenstruktur, vor allem aber ist er in der Lage, mithilfe von Knöllchenbakterien den Luftstickstoff pflanzenverfügbar zu machen und trägt zur besseren Stickstoffversorgung des Bodens und der nachfolgenden Kulturen bei. Wer keinen Klee zur Bodenverbesserung im Garten anbauen will, kann seine Düngewirkung auch in Form von Kleegraspellets und pelletiertem Klee, beispielsweise mit „Kleepura“, einem pelletierten Bio-Weißklee, nutzen. Beides ist im Handel erhältlich. Dünger auf Kleebasis hat zudem den Vorteil, wie Mist zu wirken, aber nicht zu riechen, auch nicht wie Naturdünger, die mit Hornmehl versetzt sind.
Klee kann der Bodenmüdigkeit natürlich auch direkt ausgesät in den Gemüsebeeten im Garten ein wenig entgegenwirken. Wer Hasen, Hühner, Hamster oder Meerschweinchen hält, wird dann erleben, wie gerne sie Klee fressen. Wenn die Tiere keinen frischen Klee kennen, sollten die Mengen anfangs allerdings nicht allzu groß sein. In Klee steckt viel Eiweiß, an das sich der Organismus gewöhnen muss.
Klee wartet aber meistens nicht, bis er zur Bodenverbesserung ausgesät wird. Er ist häufig einfach da, macht sich liebend gerne auf dem Rasen breit, wird argwöhnisch als Unkraut betitelt und schnellstmöglich bekämpft. Solange er in überschaubaren Mengen auftritt, mischt er eigentlich nur das reine Grün als natürlicher Farbtupfer ein wenig auf. Vor allem aber ist blühender Klee eine wichtige Nahrungsgrundlage für Bienen, Hummeln und andere Insekten. Die Blütenköpfe enthalten viel Nektar und Pollen.
Klee als Rasenalternative
Wer nicht von einem englischen Rasen träumt, kann Klee sogar als Rasenersatz oder Rasenbestandteil verwenden. Dafür werden eigens kultivierte, kleinblättrige Weißklee-Sorten mit geringer Wuchshöhe gesät. Dieser Klee ist gut trittfest, bringt durch die Möglichkeit, Luftstickstoff an sich zu binden, den Dünger gleich mit, und er ist deutlich toleranter gegenüber Trockenheit als jeder Rasensamen.
Klee ist auch ein altes Heilmittel und enthält außer ätherischen Ölen unter anderem Vitamine, Mineralstoffe, Proteine, antibakteriell wirkende Flavonoide, entzündungshemmende Salicylate und Phytohormone, die als hilfreich bei Beschwerden der Wechseljahre gelten. Vor allem Rotklee-Tee wird zum Hormonausgleich in den Wechseljahren getrunken. Weißklee-Tee gilt dagegen eher als blutreinigend.
Klee mit seinen vielen Inhaltsstoffen bekommt nicht nur dem Vieh. Kleeblüten eignen sich auch für den Verzehr. Die ganzen Blütenköpfe von Weiß- und Rotklee können beispielsweise als Tee zubereitet und bei der Likörherstellung verwendet werden. Auseinandergezupft machen sich die nach Nektar duftenden, leicht süßlich schmeckenden Blüten auch in Frischkäse-Dips, im Salat und in Suppen gut.
Klee gehört zu den Pflanzen, die deutlich sogenannte Schlafbewegungen zeigen. Diese von der Wissenschaft als nyktinastische Bewegungen bezeichneten periodischen Blattbewegungen zeigen sich durch am Abend schlaff herabhängende Blätter. Am nächsten Morgen, meist noch vor Tagesanbruch, präsentieren sich die Blätter dann wieder frisch und knackig. Dieser nächtliche Durchhänger wird als Schlafbewegung beschrieben und geht beim Klee auf Veränderungen des Zellinnendrucks (Turgor) zurück.
Hartnäckiger Sauerklee
Nicht alle Hobbygärtner lassen sich von den positiven Eigenschaften überzeugen. Nicht jeder will Klee als Gründünger oder mit einer Wildblumenmischung aussäen und freut sich an einer eigens gezüchteten Klee-Zierpflanze in Topf oder Beet. Für viele ist Klee im Garten schlicht unerwünscht. Wie aber wird man ihn, der so gerne ungebeten kommt, wieder los?
Klee ist nicht so leicht zu packen, zumal es sich meistens nicht nur um den typischen Wiesenklee handelt, sondern vor allem um den Hornfrüchtigen Sauerklee, eine Pflanze mit roten, dreieckigen Blättern, die gelb blüht. Sie gehört im Übrigen gar nicht zu den Hülsenfrüchten, sondern zur Familie der Sauerkleegewächse. Konsequenz: Regelmäßiges Jäten und Hacken ist gefordert!
Vertikutieren der Rasenfläche ist eine weitere Möglichkeit. Außerdem sollte man wissen, Klee bevorzugt alkalischen Boden und lässt sich durch einen pH-Wert-senkenden Dünger ganz gut bekämpfen. Die Kombination von Vertikutieren und saurer Düngung macht es dem Klee extrem schwer, verabschieden wird er sich aber wohl nicht auf Dauer.
