Im Garten
Eine Rose als Liebes-Girlande
Im späten Frühjahr sind die Gärten voller Blüten. Rückt der Sommer näher und geht schließlich in seine heiße Phase über, wird es schon weniger bunt. Auf Rosen ist dann immer noch Verlass. Sie blühen meist auch jetzt noch mit einer unglaublichen Großzügigkeit als gäbe es kein Morgen.
Rosen wollen aber am richtigen Standort stehen und haben ihre ganz eigenen Bedürfnisse. Animositäten gegenüber anderen Pflanzen und Anfälligkeit für Echten Mehltau, Sternrußtau und Rosenrost, um nur einige Rosenkrankheiten zu nennen, sind keine Seltenheit bei der Königin der Blumen. Hinzu kommen tierische Schädlinge wie Blattläuse und Rosenzikaden, die sich von Rosen magisch angezogen fühlen.
Geeignet für Rosen-Einsteiger
Wer keinen ganz so grünen Daumen besitzt, um Rosen kräftig und gesund zu halten und sie so gegen mögliche Erkrankungen und Schädlinge zu wappnen, muss auf Rosen im Garten trotzdem nicht verzichten. Es gibt Rosen, die sich nicht allzu schnell erschüttern lassen von all dem, was da kreucht und fleucht, auch dann nicht, wenn Gärtnerin oder Gärtner ihr nicht immer die gebührende Aufmerksamkeit zukommen lassen.
Die Guirlande d’Amour ist eine recht robuste Rose, die sich selbst mit Halbschatten und mit trockenen, steinigen Standorten arrangiert. Sie zählt zwar zu den Kletterrosen, kann aber auch als Strauchrose in Form gebracht werden. Sie verwöhnt die Menschen und die Insektenwelt von Anfang Juni bis zum ersten Frost mit einer rahmweißen, überreichen Blütenpracht. Mit etwa drei Zentimetern sind die einzelnen halbgefüllten Blüten nicht groß, punkten aber mit einer unglaublichen Fülle und verbreiten außerdem einen harmonischen, süßen Duft.
Die Einordnung als Kletterrose sollte näher betrachtet werden. Guirlande d’Amour zeichnet sich durch weiche und biegsame Triebe aus, was sie zu einer adretten Bereicherung von Rosenbögen oder Obelisken machen kann. Aber, und das gilt für die meisten Kletterrosen, klettern will sie eigentlich gar nicht. Ihr ureigenes Bestreben liegt darin, sich nach vorne fallen zu lassen, um mit ihren elastischen Trieben ein natürliches Dickicht auszubilden.
Handschuhe sind Pflicht
Das bedeutet, der Mensch muss Hand anlegen, um die Triebe in die gewünschte Richtung zu bringen. Und genau hier ist Vorsicht geboten: So zart ihre Blüten wirken, so nachhaltig bohren sich ihre Stacheln bei kleinsten Unaufmerksamkeiten in die Haut, um sich dort mit gefühlt 1000 Widerhaken gut festzuhalten. Geeignete Handschuhe sind bei der Arbeit deshalb ratsam. Das gilt auch für den Rückschnitt der „Girlande“.
Wer diese robuste Rose, die den rahmweißen Blüten meist mit gesunden, frisch-grünen Blättern eine schöne Basis bietet, in einen Baum steigen lässt, kann sich den Rückschnitt sparen. Am Rosenbogen oder am Rankgitter verlässt sie durch ihre Wüchsigkeit schnell einmal die angedachte Form und braucht Führung, eben auch durch einen Schnitt.
Robust und winterhart
Guirlande d’Amour geht auf den bekannten belgischen Züchter Louis Lens zurück. Nach der erfolgreichen Vereinigung von Elternpflanzen, die sowohl auf alte Rambler als auch auf die Moschusrose zurückgehen, brachte der Rosenmann im Jahr 1993 seine „Liebes-Girlande“ auf den Markt. Die winterharte und insektenfreundliche Rose, die sich den typischen Rosenkrankheiten recht gut entgegenstemmen kann, schmückt sich, wenn man sie lässt, nach der Blüte mit kleinen Hagebutten.
Seit 2012 trägt Guirlande d’Amour das Prädikat ADR-Rose. ADR steht hier für Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung. Ein Arbeitskreis aus Vertretern des Bundes deutscher Baumschulen, des Bundessortenamtes, Rosenzüchtern und unabhängigen Experten überprüft Rosensorten an unabhängigen Standorten, die über ganz Deutschland verteilt sind.
Mehrere Jahre lang werden an den Neuzüchtungen Merkmale wie Widerstandsfähigkeit gegen Pilzbefall, Winterhärte, Reichblütigkeit, Wirkung der Blüte, Duft und Wuchsform bewertet. Nur Rosen, die den strengen Prüfungen standhalten, dürfen sich anschließend ADR-Rosen nennen.
Wer beim Kauf neuer Rosen auf das ADR-Siegel achtet, schließt damit Rosenkrankheiten im eigenen Garten zwar nicht aus, holt sich aber, so wie mit der Guirlande d’Amour, eine robuste und widerstandsfähige Rose nach Hause. Zurzeit sind laut ADR 165 Sorten im Sortiment.