Im Garten RHEINPFALZ Plus Artikel Amarant: „Weizen“ mit Ziereffekt

Amarant ist leicht an seinen langen Blütenständen zu erkennen.
Amarant ist leicht an seinen langen Blütenständen zu erkennen.

Der Name Fuchsschwanz ist vielen bekannt. Dass Amarant auch als Inkaweizen bezeichnet wird, weniger. Die alte Kulturpflanze ist mehr als nur schön.

Etwas Besonderes stellen die bis zu einen halben Meter langen, spitz zulaufenden, roten bis purpurbraunen Blütenstände dar, die dem Amarant den Namen Fuchsschwanz gegeben haben. Besonders dekorativ wirken die einjährigen Pflanzen, die aus dem tropischen Afrika, Amerika und Asien stammen, in Kübeln, Kästen und Schalen, oder wenn sie gruppenweise auf Beete gepflanzt werden.

Fast unbekannt ist die Herkunft als Nutzpflanze. Schon vor mehr als 3000 Jahren bauten die Inkas Amarant wie Getreide an und verwendeten ihn als Hauptnahrungsmittel. Besonders die großen Arten bieten sich dafür an. Die senfkorngroßen Samen sind mineralstoff- und eiweißhaltig, schmecken nussig und knusprig und lassen sich für Vollwertgerichte, Suppen, Müsli und Backwaren verwenden. Röstet man die Samen in einer heißen Pfanne, erhält man ein leckeres Popcorn.

Für gärtnerische Zwecke sind auch klein wachsende Exemplare gefragt. Für Pflanzgefäße und zur Einfriedung von Beeten eignet sich die niedrig wachsende Zwerg-Fackel (Amaranthus paniculatus), während für Beete und Rabatten der bis zu einen Meter hoch wachsende Garten-Fuchsschwanz (A. caudatus) mit seinen hängenden Blüten infrage kommt. Während diese beiden Arten mit karminrotem Blütenstand und dunkelgrünen, später bronzefarbenen Blättern farblich den Sommerflor gut ergänzen, ist der „melancholische“ Fuchsschwanz Amarant hypochondriacus, mit dunkelpurpurnen Blättern und schwärzlich-purpurnen Blüten nicht jedermanns Sache, da er eher düster wirkt und nicht ins farbenfrohe, lebendige Bild der Sommerblumen passt.

Um eine üppige Blüte bis zu den ersten Frösten zu gewährleisten, sollte man den ganzen Sommer über auf einen feuchten Boden achten; Düngegaben können noch bis Ende August erfolgen.

Bietet man dazu den Pflanzen auch noch einen vollsonnigen Standort und nahrhafte Erde an, wachsen sie besonders kräftig und samen sich von selbst aus. Als frostempfindliche Pflanzen keimen sie aber recht spät, sodass es ratsamer ist, selbst einige Samen zu sammeln und rechtzeitig im nächsten Jahr auf der Fensterbank vorzuziehen.

Ab März sät man die Samen in Schalen dünn aus und hält die Erde bis zum Keimen feucht. Nach dem Auflaufen wird pikiert. Die Jungpflanzen setzt man am besten einzeln in kleine Töpfchen. Erst nach den Eisheiligen bekommen sie einen Platz im Freien: Die größeren Arten brauchen einen umseitigen Abstand von 50 Zentimetern, um kräftig zu werden und viele Blüten zu entwickeln. Die vorgezogenen Pflanzen werden in der Regel üppiger und beginnen gut einen Monat früher zu blühen.

Entscheidet man sich für die Kultur in Kübeln und Kästen, passt der Fuchsschwanz farblich gut zu gelb blühenden Tagetes, Pantoffel- und Mittagsblumen, zu weiß blühenden Margeriten und Eisenkraut oder zu blau blühenden Petunien und Heliotrop.

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