Kusel
Zwei Polizisten bei Einsatz in der Westpfalz erschossen
Am Montagmorgen gegen 4.20 Uhr melden zwei Polizisten der Polizeiinspektion Kusel per Funk eine Verkehrskontrolle auf der K22 zwischen Ulmet und Mayweilerhof (Kreis Kusel) an. Die 24-jährige Polizistin und ihr 29-jähriger Kollege waren laut Polizeiangaben auf einer routinemäßigen Streifenfahrt. Die Beamten hatten nach Angaben aus Sicherheitskreisen per Funk mitgeteilt, in einem Fahrzeug sei totes Wild gefunden worden. Ebenfalls über Funk hätten sie schließlich gemeldet, dass geschossen werde. Laut Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD) wurden sie dann mit „größter Brutalität ermordet“.
Wie viele Schüsse am frühen Morgen fielen, sei noch unbekannt, sagten die Beamten des Polizeipräsidiums Westpfalz. Anwohner machen unterschiedliche Angaben darüber, was sie gehört haben. Wie die RHEINPFALZ aus Sicherheitskreisen erfuhr, war das Magazin des Polizisten leergeschossen. Die Waffe seiner Kollegin kam offensichtlich nicht zum Einsatz. Die junge Frau, die noch an der Hochschule der Polizei studierte, war nach Polizeiangaben sofort tot. Der 29 Jahre alte Oberkommissar habe zunächst noch gelebt, sei aber gestorben, als die Rettungskräfte eintrafen. Nach Informationen der RHEINPFALZ stammt der getötete Polizist aus dem Landkreis St. Wendel. Auch seine getötete Kollegin kommt aus dem Saarland.
Uniformen und Sicherheitswesten getragen
Eine Sprecherin der Polizei in Kaiserslautern bestätigte, dass die beiden Polizisten zwar in einem zivilen Streifenwagen unterwegs waren, sie hätten aber Uniformen und Sicherheitswesten getragen. Medienberichte, wonach die Beamten mit Kopfschüssen getötet wurden, bestätigte die Polizei zunächst nicht.
Die Ermittler fahndeten mit Hochdruck nach den flüchtenden Tätern und sicherten Spuren am Tatort. Am Abend berichtete die Polizei dann, dass zwei Verdächtige in Sulzbach im Saarland gefasst wurden, dabei soll es sich um einen 38-Jährigen und einen 32-Jährigen aus dem Saarland handeln. Der 38-Jährige habe sich über eine Anwältin bei der Polizei gemeldet, berichtete ein Polizeisprecher. Er sei vor einem Haus festgenommen worden, in dem die Beamten später auf den 32-Jährigen getroffen seien. Dieser habe keinen Widerstand geleistet. Die Fahndungsmaßnahmen liefen noch, weil nicht ausgeschlossen werden könne, dass es weitere Mittäter gebe.
Innenministerin spricht von „Hinrichtung“
„Die Tat ist entsetzlich“, schrieb die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) im Onlinedienst Twitter. „Es bestürzt mich sehr, dass zwei junge Menschen im Dienst ihr Leben verloren haben.“ Ihre Gedanken seien bei den Angehörigen sowie den Kolleginnen und Kollegen der Opfer. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach von einer „Hinrichtung“. „Unabhängig vom Motiv: Diese Tat erinnert an eine Hinrichtung und zeigt, dass Polizei jeden Tag Leben für unsere Sicherheit riskiert“, erklärte sie.
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