Politik
Zur Sache: Öffnen in Randzeiten

Kindertagesstätten länger oder auch flexibler in sogenannten Randzeiten zu öffnen, ist ein Ziel des „Gute-Kita-Gesetzes“. Um Eltern passendere Betreuungszeiten zu ermöglichen, hat der Bund 2016 das Förderprogramm „KitaPlus“ aufgelegt. Die Kindertagesstätte Kinderland Sternschnuppe in Römerberg (Rhein-Pfalz-Kreis) nimmt von Beginn an daran teil. Seither können die Kinder schon um 7 statt um 8 Uhr kommen, und die Kita schließt erst um 18 statt um 16 Uhr. Zudem bietet das Kinderland Sternschnuppe Betreuung am Wochenende und in Notfallsituationen an, aber nur bei Bedarf, wie Kita-Leiterin Alexandra Köpper erläutert. Die Nachfrage nach Betreuung in den Randzeiten sei da, berichtet Köpper, besonders am Morgen. Bis um 7.45 Uhr brauche sie bereits drei Mitarbeiterinnen, die sich um die Kleinen kümmern. Rund 300 Teilnehmer hat das Programm „KitaPlus“, allerdings kommen nur zwei aus Rheinland-Pfalz, neben der Römerberger Einrichtung eine Kita in Koblenz. Für das Bildungsministerium in Mainz ein Zeichen dafür, dass der Bedarf in Rheinland-Pfalz „eher gering“ ist, weil die Angebote für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf so gut seien.
"KitaPlus" läuft aus, Öffnungszeiten bleiben
Kita-Leiterin Köpper hat eine andere Erklärung: Das Förderprogramm gehe mit einem immensen Verwaltungsaufwand einher. Sie habe extra eine Bürokraft eingestellt, die einmal pro Woche deswegen komme. Sie glaubt auch, dass es für sie als private Betreiberin einer Kita einfacher ist, Personal für die Randzeiten zu finden, als für Kitas, hinter denen ein Träger steht. Sie könne die Stellen so zuschneiden, wie sie es benötige. Tatsächlich sind viele private Betreiber unter den Projektteilnehmern. Zur Finanzierung der zusätzlichen Angebote hat Köpper für 2016 bis 2018 beim Bund knapp 120.000 Euro beantragt. „Das heißt aber nicht, dass man das alles bekommt“, sagt Köpper. Die Programmteilnehmer müssen genau nachweisen, wofür sie das Geld ausgeben. Damit ist Ende dieses Jahres Schluss, „KitaPlus“ läuft dann aus. Eine Verlängerung wird es nach Auskunft des Bundesfamilienministeriums in Berlin voraussichtlich nicht geben. Köpper will dennoch an den erweiterten Öffnungszeiten festhalten: „Gerade ohne die Frühschicht ist das bei uns nicht mehr denkbar.“ Die Kosten dafür will sie über Elternbeiträge abdecken.
