Politik Zornige Proteste gegen Trump

Von Ägypten bis Indonesien, von der Türkei bis zu den Palästinensergebieten: Das gestrige Freitagsgebet in der islamischen Welt wurde für Proteste gegen US-Präsident Trump genutzt, der am Mittwoch verkündet hatte, dass die USA Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen. Muslime betrachten Jerusalem als ihre heilige Stadt, weil dort der Prophet Mohammed in den Himmel aufgestiegen sein soll. Unser Bild zeigt brennende Trump-Fotos in Gaza-Stadt, wo die islamistische Hamas auch bewaffnete vermummte Kämpfer zu einer Kundgebung aufmarschieren ließ. Nachdem am Donnerstag bei Protesten im Heiligen Land schon über 80 Menschen verletzt worden waren, verschärfte sich die Lage gestern. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden bei den Unruhen in Jerusalem und den Palästinensergebieten ein Mann getötet und mindestens 760 Menschen verletzt. Davon hätten 260 Schusswunden – überwiegend durch Gummimantelgeschosse. Laut israelischer Armee antworteten Soldaten mit Schüssen, als Demonstranten vom Gazastreifen aus Steine und brennende Reifen auf die israelische Seite der Grenzbefestigung warfen. Als Vergeltung für zwei aus dem Gazastreifen auf israelisches Territorium gezielte Raketen griff das israelische Militär ein Ausbildungslager von Extremisten und ein Waffendepot in dem Palästinensergebiet an. Störungsfrei verlief eine Kundgebung vor der US-Botschaft am Brandenburger Tor in Berlin. Die 1200 Demonstranten schwenkten palästinensische, türkische und syrische Flaggen.