Meinung Wirtschaftsweise: Falsche Prophezeiung

Die sogenannten Wirtschaftsweisen bei der Präsentation ihres Frühjahrsgutachtens am Mittwoch.
Die sogenannten Wirtschaftsweisen bei der Präsentation ihres Frühjahrsgutachtens am Mittwoch.

Es wird anders kommen, als es die Wirtschaftsweisen vorhersagen. Einiges hängt davon ab, wie die Bundesregierung mit Geld umgeht.

Kein Wachstum, das sagen uns die Wirtschaftsweisen für dieses Jahr voraus. Konjunkturprognosen, auch wenn sie von Top-Ökonomen kommen, besitzen allerdings eine bemerkenswerte Eigenschaft: Sie treffen praktisch nie zu. Einer der wesentlichen Gründe, warum das so ist, darf uns hoffnungsvoll stimmen. Eine solche Vorhersage nämlich beeinflusst ihr eigenes Prognoseobjekt: den wirtschaftenden Menschen. Der kann die Prognose nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern dann auch noch genau so handeln, dass die Vorhersage gerade nicht eintritt. Wenn also eine Stagnation prophezeit wird, werden viele – Unternehmer, Arbeitnehmer, die Regierung – in die Hände spucken, Vorkehrungen treffen, Entscheidungen fällen, damit das möglichst nicht passiert.

Ein wichtiger Impuls kann hier von dem Finanzpaket der Bundesregierung ausgehen. Allerdings nur dann, wenn das viele Geld so investiert wird, dass es Wachstum anhaltend anregt. Grundfalsch wäre es, das Geld kurzfristig zu verbrauchen – etwa um eine höhere Mütterrente oder die Dieselsubventionierung für Landwirte zu finanzieren, beides wichtige Projekte der CSU. Ein Trick wäre: Investitionen, die eigentlich im Kernhaushalt vorgesehen sind, über das Sondervermögen zu finanzieren, damit dort höhere Sozialausgaben möglich werden. Die Wirtschaftsweisen sehen eine „erhebliche“ Gefahr, dass so die Wirkung des Finanzpakets verpufft.

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