Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Wichtige Signale aus Hiroshima

Vertreter der führenden westlichen Industrienationen trafen sich in Japan.
Vertreter der führenden westlichen Industrienationen trafen sich in Japan.

Die G7-Staaten öffnen sich für die Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren. Die Treiber dieser Entwicklung heißen China und Russland.

Was soll das eigentlich noch? Das war lange Zeit die naheliegende Frage, wenn es um G7-Gipfel ging. Das Format erinnerte an einen Club, in den der Türsteher nur eine kleine Clique besonders reicher Gäste einließ, die sich dann an sich selbst berauschten – ohne den Rest der Welt wirklich im Blick zu haben.

Das Verrückte ist: Gerade jetzt – in Zeiten, in denen die Entwicklung hin zu einer multipolaren Welt immer offensichtlicher wird – erweist sich der Club der führenden Industrienationen als bedeutsam. Vom gerade abgeschlossenen Gipfel im japanischen Hiroshima gehen wichtige Signale aus. Von vornherein war klar, dass in Zeiten russischer Aggression über diesem Gipfel eine außergewöhnliche Symbolik liegen würde. Denn Hiroshima ist jene Stadt, über der am 6. August 1945 erstmals eine Atombombe abgeworfen wurde.

Der globale Süden muss mit an den Tisch

Bundeskanzler Olaf Scholz dürfte freuen, dass in Hiroshima fortgesetzt wurde, was er 2022 beim Gipfel in Elmau begann: Die G7 zeigen, dass sie den globalen Süden ernst nehmen, indem sie entsprechende Länder an ihren Tisch dazuholen.

Indien und Brasilien sind demokratisch verfasst, sie haben aber eine weniger eindeutige Haltung etwa zu Russlands Überfall auf die Ukraine. Doch die G7 scheinen begriffen zu haben: In einer multipolaren Welt, in der China immer mächtiger wird, müssen diejenigen, die es einstmals nicht nötig hatten, neue Allianzen schmieden.

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