Politik Weiterverhandeln oder Streiks

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«Stuttgart.» Die Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie verschärft sich. Nach dem Abbruch der Verhandlungen in Baden-Württemberg drohen ganztägige Warnstreiks.

Noch am Mittwochnachmittag herrschte Zuversicht. Schon am Wochenende könne eine Entscheidung fallen, hieß es hoffnungsvoll aus der IG Metall. Nur wenige Stunden später machte sich bei der Gewerkschaft wie auf Arbeitgeberseite Enttäuschung breit. Denn die Verhandlungen waren abgebrochen worden – womit offenbar niemand gerechnet hatte. Das von der IG Metall aufgestellte „Preisschild“ sei „zu hoch“ gewesen, weshalb die Fortsetzung der Gespräche „nicht zielführend“ gewesen sei, sagte Stefan Wolf, Präsident des Arbeitgeberverbands Südwestmetall. IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger seinerseits warf den Arbeitgebern vor, an vielen Stellen eine Rolle rückwärts absolviert zu haben. Wo genau man am Ende derart über Kreuz lag, dass die Gespräche abgebrochen wurden, blieb offen. Klar ist nur: Zankapfel bleiben die von der IG Metall geforderte zeitweise Arbeitszeitverkürzung auf bis zu 28 Stunden und der in solchen Fällen für bestimmte Beschäftigtengruppen verlangte Lohnzuschuss. Und nun? Gestern tagten die Tarifkommissionen der IG Metall, auch die Arbeitgeber saßen in ihren Gremien zusammen. Heute will der IG-Metall-Vorstand über das weitere Vorgehen entscheiden. Gut möglich, dass die Gewerkschaftsführung für kommende Woche zu sogenannten 24-Stunden-Warnstreiks aufruft. Im Vergleich zu den bisherigen Warnstreiks dauern diese Ausstände länger; die Beschäftigten in den betroffenen Betrieben müssen ihnen zuvor zustimmen. Ob dann tatsächlich gestreikt wird, blieb gestern offen. Es sei noch alles denkbar, hieß es gestern aus beiden Lagern. IG-Metall-Bezirksleiter Zitzelsberger erklärte, man habe das Tischtuch „bewusst nicht zerschnitten“. Es besteht also die Möglichkeit, noch in den kommenden Tagen eine Lösung am Verhandlungstisch zu finden. Sollte es aber tatsächlich zu bis zu 24-stündigen Arbeitsniederlegungen kommen, würde die Situation deutlich eskalieren. Denn die dadurch entstehenden Produktionsausfälle sind, anders als bei kurzen Warnstreiks, kaum auszugleichen – gerade in einer Zeit, in der die meisten Betriebe ohnehin schon an der Kapazitätsgrenze produzieren. Während es an der Tariffront hakt, konnte der für Rheinland-Pfalz zuständige IG-Metall-Bezirk Mitte gestern entgegen dem Bundestrend einen leichten Mitgliederzuwachs vermelden. Die positive Entwicklung sei unter anderem einem Zuwachs in Rheinland-Pfalz zu verdanken. Landesweit zählte die Gewerkschaft im vergangenen Jahr 74.000 Mitglieder; im gesamten Bezirk waren es 315.000.

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