Russland / Syrien
Wasserpfeife und Videospiele – so lebt Familie Assad in Moskau
Als die Assads Ende 2024 in Moskau eintrafen, gab es Gerüchte, der gestürzte Diktator werde seinen Beruf als Augenarzt wieder ergreifen und in der russischen Hauptstadt eine Praxis eröffnen. Aber kürzlich sagte ein anonymer Freund der Familie dem „Guardian“, Baschar al-Assad verbessere zunächst seine Medizinkenntnisse in einem Zweitstudium und lerne nebenher Russisch. Ein hoher syrischer Exoffizier erklärte der „Zeit“ hingegen, Assad schlage seine Zeit mit Videospielen tot, sein Bruder Maher Assad aber sitze trinkend und Wasserpfeife rauchend im Hotel „Four Seasons“.
Die Informationen sind spärlich und widersprüchlich, stammen meist aus dem Ausland. Aber sie lassen vermuten, dass der syrische Expräsident Baschar al-Assad und seine Familie in Moskau ein komfortables Exil genießen. Sein ältester Sohn Hafis bestand sein Mathematikdiplom an der Moskauer Staatsuniversität noch, bevor sein Vater fliehen musste. Jetzt kursieren Fotos von Tochter Zein bei einer Abschlussfeier des Moskauer Instituts für Internationale Beziehungen, laut „New York Times“ studiert sie an einer Außenstelle der Sorbonne in Abu Dhabi weiter. Wo Karim, der jüngste Sohn, lernt, ist unbekannt. Ihre Mutter Asma, die in Syrien zuletzt an Blutkrebs litt, wurde laut der Agentur RBK durch eine experimentelle Behandlung geheilt.
Barschaft von 250 Millionen bis zwei Milliarden Dollar
Die Familie soll inzwischen an Moskaus Milliardärsmeile Rubljowka umgezogen sein, aus dem elitären Hochhausviertel Moskva City, wo sie drei bis 20 Apartments besitzt, außerdem hat sie eine Barschaft von 250 Millionen bis zwei Milliarden Dollar mitgebracht. Was will man mehr?
Allerdings schreibt das Portal news.ru unter Berufung auf den türkischen TV-Sender Habertürk, Asma Assad wolle nach Großbritannien umziehen, sie habe sogar die Scheidung eingereicht. Angeblich, weil die Russen ihre Bewegungsfreiheit einschränken, der Kreml dementierte beides.
Von Putins Gnaden abhängig
Aber ihr Mann hat auch geplante politische Interviews verschoben – auf Wunsch der Russen, wie es heißt. Er ist ganz davon abhängig, dass Wladimir Putin weiter alle Auslieferungsforderungen aus Syrien ablehnt, wie im Oktober, als der neue islamistische Staatschef Ahmed al-Scharaa in Moskau war.