Politik Was wir nicht mehr hören wollen

Gute Vorsätze fürs neue Jahr? Nö, langweilig. Aber ich habe mir fest vorgenommen, daran zu glauben: Irgendwann 2018 wird es eine neue Bundesregierung geben. Schon in den ersten Januartagen wird wieder vorsondiert zwischen CDU, SPD und CSU. Einige Volksvertreter, wiewohl genau zu diesem Zweck gewählt, wissen offenbar noch nicht, ob sie ihrer Arbeit nachgehen und regieren sollen. Begreife das, wer will! Damit wir den Gang der Dinge aber überhaupt noch verstehen können, fordern wir Beteiligte unter voller Namensnennung ultimativ auf, einiges zu unterlassen oder anderes zu unternehmen. Beginnen wir mit den diensthabenden Kommentatoren. Die nerven, die nerven unfassbar. Wir bitten Sie – Ralf Stegner, Julia Klöckner, Karl Lauterbach, Ralf Klöckner, Karl Stegner, Julia Lauterbach, Karl Klöckner, Julia Stegner, Ralf Lauterbach – daher: Verschonen Sie uns wenigstens bis kurz nach Neujahr 2049 mit Ihren Phrasen. Andernfalls weigern wir uns ab jetzt, Ihnen zuzuhören. Basta! Wenn Sie, Armin Laschet, als Ministerpräsident in Düsseldorf nichts zu tun haben, tun Sie es bitte nicht außerhalb Nordrhein-Westfalens. Ihre stetige Mahnung, nicht stetig zu mahnen, stresst nur noch. Muss man Ihnen, Sigmar Gabriel, denn alles erklären? Die Union müsse endlich sagen, was sie für Deutschland wolle, haben Sie dieser Tage nervig gefordert. Ja, Himmelherrgottsakra, warum fragen Sie Merkel denn nicht einfach? Sie sitzen doch mit ihr im Kabinett! Da lob’ ich mir den Martin Schulz. Der hat über die besinnlichen Tage den klugen Rat unseres Altlandesvaters Kurt Beck beherzigt: „Einfach mal das Maul halten!“ Aufstehen, Eins mit Sternchen, Schulz! Kann es sein, Christian Lindner, dass Sie unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden? Die Jamaika-Runden haben Ihnen arg zugesetzt, das verstehen wir. Gelb ist abgeschmiert gegen Schwarz und Grün. Die Aussicht, falsch regieren zu können, hat Ihnen nur einen Ausweg gelassen. Der ist inzwischen als „Lindnern“ (vulgo: Weglaufen) bekannt. Aber müssen Sie ihr Merkel-Trauma denn wirklich durch Interviewsalven verarbeiten? Wen beeindruckt das? Merkel interessiert sich nicht für Leichtmatrosen. Zu Risiken und Nebenwirkungen des Gegreines aus der Kulisse fragen Sie Horst Seehofer oder Friedrich Merz. Der eine ist Geschichte, der andere hat sein Merkel-Trauma noch immer nicht überwunden.