Politik Apotheken wollen mehr Aufgaben

Die Apotheken wollen unter anderem Videosprechstunden anbieten.
Die Apotheken wollen unter anderem Videosprechstunden anbieten.

Die Apotheken in Deutschland wollen künftig zur ersten Anlaufstelle im Gesundheitssystem werden. Nach Ansicht der Apothekerverbände würde dies das Gesundheitssystem entlasten.

Der Vorsitzende der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Thomas Preis, stellte im Vorfeld des Tags der Apotheke am 7. Juni ein neues Positionspapier vor: „Die zukünftige Rolle der Apotheke in der Primärversorgung“. Demnach wollen die Apotheken ihre Rolle als erste Anlaufstelle weiter ausbauen.

Im Zuge der Apothekenreform haben die Apotheken ab 2027 schon einige neue Aufgaben erhalten. Dazu gehören mehr Impfungen, Blutzucker- und Blutdruckmessungen sowie Beratungsgespräche für Menschen, die sich das Rauchen abgewöhnen wollen.

Vor dem Hintergrund, dass der Anteil der Menschen mit chronischen Krankheiten steigt und die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung abnimmt, schlägt die ABDA nun weitere Wege vor, wie die Apotheken die erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten werden können. „Es kann kein Gesundheitssystem leisten, dass man wegen jeder Erkrankung einen Arzt aufsucht“, sagte Preis in einem Pressegespräch am Mittwoch.

Apotheken hätten den Vorteil, dass sie wohnortnah und flächendeckend vorhanden sind, Patienten keinen Termin brauchen und dass sie bereits ein hohes Vertrauen in der Bevölkerung genießen.

Weitere Aufgaben, die Apotheken übernehmen könnten, wären laut Preis zum Beispiel Ersteinschätzungen bei leichten Erkrankungen in Form von Videosprechstunden. Hierzu wolle man gemeinsam mit der Ärzteschaft besprechen, wie die Apotheken in das bestehende System der Kassenärztlichen Vereinigungen eingebunden werden können. Auch bei der Versorgung von Patienten, die gerade aus dem Krankenhaus entlassen wurden, sieht die ABDA Möglichkeiten, dass Apotheken die Beratung übernehmen. Demnach würde das die Akutsprechstunden entlasten.

„Klar ist aber auch, dass neue Leistungen den Menschen nur dann helfen können, wenn das Apothekensterben endlich aufhört“, sagte Preis. Entscheidend dafür sei die Honorarerhöhung, die das Bundeskabinett am Mittwoch auf den Weg brachte. Ab Juli erhalten Apotheken pro verkaufter Packung verschreibungspflichtiger Medikamente 9 Euro; ab Januar sind es die im Koalitionsvertrag versprochenen 9,50 Euro. Seit 2013 liegt das Packungsfixum bei 8,35 Euro.

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