Coronavirus RHEINPFALZ Plus Artikel Warum der Impfstoff von Astrazeneca weniger verimpft wird

Bekommt bald auch der Impfstoff des Biotech-Unternehmens Curevac die Zulassung?
Bekommt bald auch der Impfstoff des Biotech-Unternehmens Curevac die Zulassung?

Der Astrazeneca-Impfstoff ist ins Gerede gekommen. Der Grund: Verglichen mit anderen Impfstoffen hat er eine geringere Wirksamkeit. Insbesondere gegen die südafrikanische Virusvariante ist mit weniger Schutz gegen leichte Verläufe der Krankheit zu rechnen. Es häufen sich Berichte, wonach Mitarbeiter von Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen Termine für die Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin platzen lassen.

Der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns wurde Ende Januar von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassen. Stand 17. Februar haben die Bundesländer bisher 736.800 Impfdosen von Astrazeneca bekommen. Davon sind bisher aber nur gut 106.000 Dosen oder knapp 15 Prozent verimpft worden. Und in diesen Tagen werden bundesweit weitere 736.800 Dosen verteilt.

Ein ähnliches Bild in Rheinland-Pfalz. Von den 36.000 erhaltenen Dosen hat das Land bisher nur 6535 Portionen von Astrazeneca verabreicht. Das sind gut 18 Prozent. Immerhin steht Rheinland-Pfalz damit deutlich besser da als etwa Baden-Württemberg (ein Prozent), Brandenburg (4,1 Prozent), Hessen (4,6) oder der Krösus bei den Erstimpfungen, Mecklenburg-Vorpommern (14 Prozent).

Saarland vor Rheinland-Pfalz

Deutlich vor Rheinland-Pfalz liegen derzeit Hamburg (28,3 Prozent), Bremen (25,4 Prozent), Nordrhein-Westfalen (24,7 Prozent) und das Saarland (22 Prozent).

Warum ist bisher so wenig Astrazeneca-Impfstoff auf die Spritze gezogen worden? Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission wird das Astrazeneca-Vakzin nur an Personen unter 65 Jahren verabreicht. Nach Angaben des Mainzer Gesundheitsministeriums betreffe das innerhalb der Gruppe mit Impfpriorität 1 rund 22.000 Menschen, die sich im Terminpool bereits registriert hätten. Die seien zunächst angeschrieben worden zwecks Terminvereinbarung.

Darüber hinaus sei bei Krankenhäusern abgefragt worden, wie viel Impfstoff sie für ihre Mitarbeitenden unter 65 Jahren bräuchten. Ergebnis der Umfrage: In einem ersten Schritt würden derzeit 5500 Dosen ausgeliefert.

Impfstoffschwemme im zweiten Quartal

Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums seien Abfragen und Impforganisation zeitaufwendig. Das erkläre die niedrige Impfquote beim Astrazeneca-Vakzin.

Bis Anfang April will der britisch-schwedische Hersteller insgesamt 276.000 Dosen Impfstoff nach Rheinland-Pfalz geliefert haben, Moderna bis Ende März 88.772 Dosen, Biontech/Pfizer bis zum 23. Februar 331.695 Dosen.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums haben die drei zugelassenen Hersteller für das zweite Quartal große Mengen an Impfstoff zugesagt: bundesweit 63,5 Millionen Dosen. Bekommen auch die Vakzine von Johnson & Johnson sowie Curevac von der europäischen Gesundheitsbehörde grünes Licht, erhöht sich die Anzahl auf gut 77 Millionen Verabreichungen.

Bleibt es bei der Zusage und wird auch tatsächlich geliefert, bekäme Rheinland-Pfalz seinem Bevölkerungsanteil entsprechend von April bis Ende Juni 3,1 Millionen beziehungsweise knapp 3,8 Millionen Dosen.

x