Spanischer Flughafen RHEINPFALZ Plus Artikel Vom Merkel-Airbus zum Nahost-Exodus: Wie Teruel in schwierigen Zeiten glänzt

Schon während der Pandemie strandeten hunderte Flugzeuge in der spanischen Provinz.
Schon während der Pandemie strandeten hunderte Flugzeuge in der spanischen Provinz.

Der Flughafen Teruel hat sich inmitten weltpolitischer Krisen zu einem unverzichtbaren Zentrum der Luftfahrt entwickelt.

Mitten in der kargen spanischen Provinz Aragonien, weit entfernt von den großen Drehkreuzen des europäischen Luftverkehrs, erlebt der abgelegene Flughafen Teruel ein spektakuläres Déjà-vu: Wegen des von den USA und Israel begonnenen Irankriegs und der nachfolgenden Eskalation im Nahen Osten wird der Spezial-Airport erneut zum Ausweichparkplatz für große Passagiermaschinen, die vorerst nicht mehr regulär fliegen können.

Besonders viele Jets kommen derzeit von Qatar Airways. Nach Angaben des Flughafens trafen innerhalb weniger Tage rund 20 Großraumflugzeuge aus dem Nahen Osten ein. Weitere werden noch erwartet. Insgesamt stehen dort derzeit etwa 70 Maschinen. Schon während der Corona-Pandemie war der Flughafen zu Europas größtem Flugzeug-Parkplatz geworden. Damals standen dort zeitweise weit über hundert Maschinen. Der Airport wurde während der Pandemie zum Sinnbild des weltweit stillstehenden Luftverkehrs.

„Der Krieg ist für niemanden ein Vorteil“

Teruel sei für die Jets ein „sicherer Ort“ für Wartung und Konservierung, solange sie wegen der geopolitischen Lage nicht eingesetzt werden könnten, erklärte Flughafendirektor Alejandro Ibrahim im spanischen Fernsehsender TVE. Teruel habe sich in seinen 13 Betriebsjahren zum größten Zentrum Europas für das Abstellen, Warten und Recyceln von Flugzeugen entwickelt.

Zugleich bemühte sich Ibrahim, jeden Eindruck zu zerstreuen, der Flughafen profitiere von der Krise. „Der Krieg ist für niemanden ein Vorteil“, sagte er. Man passe sich einer geopolitischen Krise an, um den Kunden den nötigen Service zu bieten.

„Konrad Adenauer“ demontiert und recycelt

Die kuriose Geschichte des Provinz-Airports ist eng mit seiner Spezialisierung verbunden. Das Gelände eines ehemaligen Militärflugplatzes wurde in einer Region ausgebaut, die sonst eher als Symbol für Landflucht und infrastrukturelle Schwäche gilt. Gerade dort entstand in den vergangenen Jahren ein Zentrum der Luftfahrtindustrie.

Zu den besonders symbolträchtigen Fällen des Recyclinggeschäfts gehörte im vergangenen Jahr auch ein deutsches Regierungsflugzeug: In Teruel wurde der frühere Merkel-Airbus „Konrad Adenauer“ demontiert und recycelt. Die ehemalige Kanzlermaschine fand damit in der spanischen Provinz ihre letzte Station – eine Anekdote, die den Ruf Teruels als Europas Flugzeugfriedhof weiter festigte.

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