Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Ukraine-Flüchtlinge: Die Glaubwürdigkeit Europas steht auf dem Spiel

Helfer, in ukrainische Fahnen gehüllt, holen Flüchtlinge im Münchener Hauptbahnhof ab.
Helfer, in ukrainische Fahnen gehüllt, holen Flüchtlinge im Münchener Hauptbahnhof ab.

Die EU-Staaten heißen die aus der Ukraine Geflohenen willkommen. Das ist schön und richtig. Doch die Flüchtlingspolitik muss ehrlicher werden.

Einiges läuft anders bei dieser Flüchtlingswelle. Angefangen mit dem schnellen Anschwellen der Zahlen innerhalb von Tagen, was es in dieser Form noch nicht gab. Was natürlich daran liegt, dass sich das Drama in Europa abspielt und die meisten Verkehrswege aus der Ukraine (noch) funktionsfähig sind.

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So ist die Lage

Die meisten der Ukraine-Flüchtlinge sind gen Westen aufgebrochen und finden nun große Unterstützung in Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien. Ausgerechnet in jenen EU-Staaten also, die bisher bei der Aufnahme von Flüchtlingen mauerten, die von Süden kamen.

Weniger Kontakt mit Ausländern

Den oft angeführten Werten Europas zufolge zählt jedes Menschenleben gleich. Doch in der Realität ist es so, dass gerade den Menschen in Osteuropa, die weniger Kontakt mit Ausländern hatten, Flüchtlinge aus dem europäischen Kulturkreis näher sind. Und auch wenn es keiner laut sagt: Erleichtert wird allen EU-Staaten das Aktivieren laxerer Flüchtlingsregeln, weil es überwiegend Frauen mit ihren Kindern sind, die kommen. Die Männer dürfen nicht über die ukrainische Grenze, sie müssen kämpfen.

So richtig die Aufnahme der Ukraine-Flüchtlinge ist, so zwingend notwendig für die Glaubwürdigkeit Europas ist es, entweder die Aufnahmebedingungen für alle Geflüchteten gleichermaßen neu zu formulieren – oder die hehren Worte den Realitäten anzupassen.

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