Politik Tschechien: Kinderpornos auf PC des Präsidenten

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Auf dem Computer des tschechischen Präsidenten Milos Zeman sind vor einiger Zeit Kinderpornos aufgetaucht. Das Staatsoberhaupt spricht von einem Hackerangriff, doch die Polizei findet keine Belege dafür.

Milos Zeman steht im Ruf, keinen Skandal auszulassen. EU, Frauen, Ausländer, Minderheiten – niemand ist vor dem Spott des Staatschefs sicher. Jetzt richtet sich eine peinliche Affäre gegen ihn selbst. Vor rund einem Jahr tauchten auf dem Computer des Präsidenten kinderpornografische Darstellungen auf. Medienleuten in Prag versicherte Zeman kürzlich, sein Computer sei vermutlich von Hackern manipuliert worden. Seine IT-Experten hätten ihm gesagt, die Attacke sei vom US-Bundesstaat Alabama ausgegangen. Weil eine Anzeige keinen Aussicht auf Erfolg gehabt hätte, habe er darauf verzichtet. Nur: Die tschechische Polizei fand nach einem Jahr Ermittlungen keine Spuren eines Hackerangriffs, wie eine Sprecherin am Montag mitteilte. Fragen von Journalisten, ob der Präsident selbst die Bilder heruntergeladen habe, wehrte die Polizeisprecherin ab: „Details werden nicht bekanntgegeben.“ Zemans Sprecher Jiri Ovcarek wies derlei Spekulationen entrüstet zurück: „Auf keinen Fall hat der Präsident unzulässigen Inhalt angeklickt.“ Ovcarek widersprach auch den polizeilichen Ermittlungen und sagte, es habe sich „ohne Zweifel um einen Hackerangriff gehandelt“. Eine entsprechende Expertise legte er nicht vor. Ein Sicherheitsexperte versuchte, den Präsidenten mit einer Ferndiagnose aus der Patsche zu helfen: Jemand in Zemans Umgebung könnte zuvor das kompromittierende Material heruntergeladen haben, sagte der Spezialist Ales Spidla dem Newsportal aktualne.cz. Sollte sich diese These bestätigen, wäre der Präsident rehabilitiert. Dann könnte er sich auch als Opfer einer Rufmordkampagne darstellen, mit dem Gegner seine erneute Kandidatur um die Präsidentschaft Anfang 2018 vereiteln wollten.

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