Kultur und Politik Taylor Swift reizt auch Wissenschaftler

Taylor Swift – hier vor ein paar Tagen noch in Tokio.
Taylor Swift – hier vor ein paar Tagen noch in Tokio.

Die University of Melbourne will das Phänomen der Popikone, die auch erheblichen politischen Einfluss hat, bei einem Symposium aus wissenschaftlicher Sicht beleuchten.

Der Hype um Taylor Swift ist inzwischen so groß, dass politische Beobachter glauben, die Pop-Sängerin könnte die Wahl des nächsten US-Präsidenten in ihrer Heimat beeinflussen. Einige rechtsextreme Kreise haben – vermutlich aus Angst, dass sie sich erneut hinter US-Präsident Joe Biden stellen könnte – bereits absurde Verschwörungstheorien gestreut. Swift ist aber vieles anderes mehr, unter anderem ein Mega-Wirtschaftsfaktor.

Die University of Melbourne will nun das Phänomen Taylor Swift bei einem dreitägigen Symposium, das am Sonntag begann, aus wissenschaftlicher Sicht beleuchten. Swift selbst hat die Teilnahme abgelehnt.

Bricht alle Rekorde

Die amerikanische Sängerin ist ein Phänomen: Die Popikone bricht sämtliche Rekorde – bei Preisverleihungen, Ticketverkäufen und in den Charts. Der Superstar schafft es selbst dann in die Nachrichten, wenn nur Tickets zu ihren Konzerten zum Verkauf stehen. Gleichzeitig beeinflusst die Sängerin die Einstellung der Menschen – wie sie über die LGBTQ-Gemeinde denken, über psychische Gesundheit oder über öffentliche Verkehrsmittel.

Dieser enorme Einfluss des Megastars auf viele Bereiche des täglichen Lebens hat das Interesse der Akademiker geweckt. Für das Swiftposium, das nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist (obwohl die Eröffnungsvorträge online abrufbar sein sollen), waren mehr als 400 wissenschaftliche Einreichungen bei der Universität eingegangen. 130 davon wurden angenommen – sie stammen von 78 akademischen Institutionen weltweit. Vorträge werden Themen wie lyrische Poetik, Cybersicherheit, künstliche Intelligenz, psychische Gesundheit, Öffentlichkeitsarbeit, die sogenannten Swiftonomics (ihr wirtschaftlicher Einfluss) und die Philosophie von Taylor Swift behandeln.

Nicht ganz zufällig

In den USA und auch in Belgien ist das Thema zwar schon häufiger in Universitätskursen behandelt worden. Dies ist jedoch das erste Mal, dass ein globales Symposium abgehalten wird, um Swifts Einfluss zu diskutieren. Dabei wird es auch um die enge Beziehung zu ihren Fans gehen. Doch was heißt eng? Auch das ist ein Phänomen: Allein auf Instagram hat die Sängerin 280 Millionen Follower.

Das wissenschaftliche Event findet freilich nicht ganz zufällig jetzt auf australischem Boden statt. Am 16. Februar gastiert Swift zum Auftakt ihrer Australientour in: Melbourne.

x