Meinung
Tarifkonflikt: Schlichtung verschafft Atempause
(Aktualisiert 14.30 Uhr) Wirklich überraschend kommt das Scheitern der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst nicht. Schon vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde überwog vor allem auf Gewerkschaftsseite die Skepsis, ob es gelingen würde, die weit auseinanderliegenden Positionen so anzunähern, um daraus am Ende einen für beide Seiten akzeptablen Kompromiss zu schmieden. Wer nun die Hauptverantwortung dafür trägt, dass eine Einigung nicht zustande kam, darüber lässt sich trefflich spekulieren und streiten.
Nun also sollen es mal wieder die Schlichter richten. Die Schlichtung verschafft den Verhandlern ebenso wie den Bürgern, die die Folgen eines Streiks unmittelbar zu spüren bekämen, erst einmal eine Atempause. Und vielleicht hilft es ja, wenn sich jetzt „neutrale“ Dritte die gesamte Gemengelage ansehen, um dann Wege aus der verfahrenen Situation aufzuzeigen. Ob Gewerkschaften und Arbeitgeber dann auch bereit sind, diese Wege mitzugehen, steht freilich in den Sternen. Immerhin beinhaltet das letzte Arbeitgeberangebot auch einen – durchaus ansehnlichen – Mindestbetrag, greift also ein Kernanliegen der Gewerkschaften auf.
Über eines sollten sich beide Seiten jedenfalls im Klaren sein: Ein unbefristeter Arbeitskampf im öffentlichen Dienst ist so ziemlich das Letzte, was dieses Land inmitten zahlreicher Krisen und einer ohnehin von Unsicherheit und Ängsten geprägten Stimmung braucht.
