Politik Streubomben: Die meisten Opfer in Syrien

«Damaskus.» Im Kampf gegen Aufständische setzt die syrische Regierung mit Unterstützung Russlands immer stärker auf die weltweit geächteten Streubomben. In Syrien kamen mit 860 Opfern im vergangenen Jahr dreimal so viele Menschen durch diese Waffen ums Leben wie im Jahr davor, geht aus dem gestern in Genf vorgestellten „Streubomben-Monitor 2017“ hervor. Insgesamt verdoppelte sich dadurch die Anzahl der Todesopfer durch Streubomben weltweit auf mindestens 971. Streubomben verteilen viele kleinere Sprengsätze über große Flächen. Was von ihnen nicht explodiert, bleibt als Blindgänger im Boden. Auch Jahre später können diese Überbleibsel beispielsweise Bäuerinnen in Feldern oder Kinder auf dem Weg zur Schule in Fetzen reißen. Russland, China und die USA gehören nicht zu den 119 Unterzeichnern des Übereinkommens zum Verbot des Einsatzes und der Herstellung von Streumunition. Der einzige noch bestehende US-Hersteller von Streumunition, Textron Systems, kündigte 2016 aber an, die Produktion einzustellen.