Politik Stickoxidausstoß: Daimler-Rückruf für drei Millionen Autos

«Stuttgart.» Unter dem Druck der Diskussion über Fahrverbote für Dieselautos und Abgas-Betrugsermittlungen kündigt Daimler eine groß angelegte Rückrufaktion an.
Insgesamt drei Millionen Mercedes-Benz Personenwagen mit Dieselmotoren in Europa sollen durch eine Nachrüstung weniger schädliches Stickoxid ausstoßen, teilte der Autohersteller gestern mit. Die „freiwillige Servicemaßnahme“, wie Daimler den Rückruf nennt, werde 220 Millionen Euro kosten. Die Kunden sollen nichts bezahlen. Daimler will damit das angeschlagene Vertrauen der Käufer in Dieselautos wieder aufbauen. Der Stuttgarter Autohersteller hat schon mit der im vergangenen Jahr, von Bundesverkehrsminister Dobrindt verlangten Nachrüstung von knapp 250.000 Kompaktwagen und Vans begonnen. Das Kraftfahrt-Bundesamt war bei Messungen auf Stickoxidwerte gestoßen, die nach seiner Ansicht mit technischen Gründen des Motorschutzes nicht zu erklären waren. Eine Manipulation, wie sie Volkswagen unter Druck von US-Umweltbehörden zugegeben hat, warf die deutsche Aufsichtsbehörde Daimler nicht vor. Diesem Vorwurf geht mittlerweile aber die Staatsanwaltschaft Stuttgart nach.