Meinung
Spezielle Räume für Süchtige retten Leben
Mehr als 2100 Menschen sind 2024 durch illegale Drogen gestorben – doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Um das zu ändern, gilt es, den Drogenhandel besser zu bekämpfen. Das wird bestenfalls langfristig gelingen. Umso wichtiger ist es, auf Prävention und Suchthilfe zu setzen. Es gibt dabei ein Instrument, gegen das es viele Vorurteile gibt, obwohl es nachweislich Todesfälle verhindert: Drogenkonsumräume.
Diese Einrichtungen, in die Abhängige Drogen mitbringen dürfen, um sie dort unter medizinischer Aufsicht zu nehmen, gibt es derzeit nur in etwa der Hälfte aller Bundesländer. Laut Zahlen, die unter anderem die Deutsche Aidshilfe erhoben hat, gab es 2024 in ganz Deutschland 32 solcher Einrichtungen. Obwohl dort in dem Jahr 650.000 Mal illegale Substanzen genommen wurden, wurde kein einziger Todesfall erfasst. Wenn es zu Notfällen kam, war schnell genug Hilfe da. Die Räume sind zugleich ein niedrigschwelliges Angebot, um Süchtigen Beratung und Hilfe anzubieten. Oft wird die nicht angenommen – aber im Zweifel eher dort als woanders.
Bundesregierung muss handeln
Auch der Bundesbeauftragte für Sucht- und Drogenfragen Hendrik Streeck äußerte sich positiv über Drogenkonsumräume – obwohl die CDU, der er angehört, sie skeptisch sieht. Will die Bundesregierung dafür sorgen, dass weniger Menschen an illegalen Substanzen sterben, muss sie eine bundeseinheitliche Regelung für Drogenkonsumräume schaffen und diese stärker fördern.