Coronavirus
Rheinland-Pfalz: Weinfeste wieder möglich, Clubs öffnen
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte am Dienstag in Mainz, sie wolle es vor allem als Signal an die Jugend verstanden wissen, dass Diskotheken und Clubs ab Freitag wieder öffnen dürfen. Voraussetzung sei eine „gute Lüftungsanlage“, dann können bis zu 350 Personen, die getestet, geimpft oder von einer Corona-Infektion genesen sind, gleichzeitig feiern.
Dreyer und Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) stellten weitreichende Lockerungen der Corona-Bekämpfungsmaßnahmen in Aussicht. Zuvor hatte die Landesregierung die 24. Corona-Bekämpfungsverordnung im Kabinett beschlossen. Sie soll ab Freitag in Kraft treten.
Dreyer kritisiert volle Stadien bei Fußball-EM
Die Anzahl der Personen, die sich privat im öffentlichen Raum treffen dürfen, bleibt beschränkt. Statt fünf sollen es ab Freitag aber 25 Personen aus verschiedenen Haushalten sein. Private Feiern wie Geburtstage oder Hochzeiten dürfen mit bis zu 100 Gästen stattfinden, im Innenraum gilt die Testpflicht. Für Unter 14-Jährige entfällt grundsätzlich die Testpflicht.
Volksfeste wie die Weinfeste in der Pfalz sollen ebenfalls wieder erlaubt sein. Bis zu 5000 Personen sind zu Großveranstaltungen zugelassen. Voraussetzung ist, dass in der jeweiligen Kommune die Inzidenz bei weniger als 35 Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche liegt. Die Regelung gilt auch für den Sport. In der dritten Bundesliga, in der der 1. FC Kaiserslautern spielt, beginnt die Saison am 23. Juli. In Einzelfällen können Kommunen eine noch höhere Anzahl der Besucher erlauben. Zu den vollen Stadien an einigen Spielstätten der aktuell ausgetragenen Fußball-Europameisterschaft sagte Dreyer: „Das ist ein ganz schlechtes Signal und beunruhigt mich sehr. Ich finde es schade, dass die UEFA keine einheitlichen Regeln festgelegt hat. Die Bilder übertragen sich auf die Feiernden. Das fühle sich dann an wie eine sturmfreie Bude.“
Appell: Impfwillige sollen sich anmelden
Der Mainzer Virologe Bodo Plachter, der die Landesregierung berät, sagte, er gehe von steigenden Inzidenzzahlen aus. Außerdem wird sich nach seinen Worten die Delta-Variante des Corona-Virus, die zunächst in Indien festgestellt wurde, weiter verbreiten. Nach Daten des Landesuntersuchungsamtes machte sie am Montag 25 Prozent der sequenzierten Proben aus, eine Woche zuvor waren es noch 9,4 Prozent.
Gesundheitsminister Hoch forderte Impfwillige auf, sich bei den Landesimpfzentren anzumelden. Die Anzahl der Wartenden liege derzeit bei 100.000. Allen, die sich jetzt anmelden, könnte im Sommer ein konkretes Impfangebot gemacht werden.