Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Philippsburg: Der Atommüll bleibt

Spektakulär: Die beiden Kühltürme des Atomkraftwerks Philippsburg sacken in sich zusammen.
Spektakulär: Die beiden Kühltürme des Atomkraftwerks Philippsburg sacken in sich zusammen.

Die beiden Kühltürme des Kernkraftwerks am Rhein sind verschwunden. Doch problematisch ist ja gar nicht das, was sichtbar war.

Der Blick in die Rheinebene vom Pfälzer Haardtrand aus hat sich verändert: Die beiden Kühltürme des Kernkraftwerks Philippsburg dominieren nicht mehr. Sie sind gesprengt worden. Der Abriss der Kühltürme ist von großer Symbolik – schließlich wird so sichtbar, dass sich Deutschland wirklich, wie 2011 nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschlossen, von der Atomenergie verabschiedet.

Doch während Kühltürme immer relativ schnell verschwinden, verhält es sich mit den strahlenden Hinterlassenschaften der Reaktoren anders. Vermutlich werden auch in Philippsburg die Castor-Behälter mit den hoch radioaktiven abgebrannten Brennelementen noch jahrzehntelang dort bleiben. Denn ein Endlager für hoch radioaktiven Müll gibt es immer noch nicht. Ja, auf der ganzen Welt ist noch kein solches in Betrieb.

Strahlende Zukunft

Dem (mehrfach geänderten) Plan zufolge soll in Deutschland bis 2031 feststehen, wo ein solches Endlager entstehen kann. Doch sobald in Frage kommende Regionen erst einmal benannt sind, werden die Proteste dort heftig an Fahrt aufnehmen.

In Philippsburg soll auf dem Gelände des Kernkraftwerks ein Knotenpunkt für angelieferten Windstrom entstehen. Auch das ist von Symbolik: Erneuerbare Energien – ja, das ist die Zukunft, Atomkraft ist Vergangenheit. Die strahlende Zukunft, mit der einst für Kernkraft geworben wurde, bedeutet nun etwas völlig anderes.

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