Ludwigshafen
Oggersheim nach Bluttat unter Schock
Blut färbt Teile des Gehwegs in der Philipp-Scheidemann-Straße tiefrot. Das Blut stammt von einem der Opfer der Gewalttat, die Oggersheim erschüttert. Ein 25-Jähriger soll zwei Männer mit einem großen, messerähnlichen Gegenstand – mutmaßlich einer Machete – getötet und einen weiteren schwer verletzt haben, bevor er von der Polizei niedergeschossen wurde. Seine Opfer soll er nicht gekannt haben. Die Hintergründe der Tat sind nicht klar. Aus Anwohnerkreisen ist zu hören, dass der Tat ein Streit zwischen dem 25-Jährigen und seiner Ex-Partnerin vorangegangen sein soll, die in dem Viertel wohnt. Die Anwohner stehen unter Schock.
„Meine Frau hat mich angerufen, dass ich schnell nach Hause kommen soll“, erzählt ein Mann. Sie habe gesehen, wie der mutmaßliche Täter in der Philipp-Scheidemann-Straße einen 20 Jahre alten Mann angegriffen hat, der später seinen Verletzungen erlag. Der Anwohner ist sichtlich aufgelöst. „Es ist so ein ruhiges Viertel hier“, sagt er. Hinter ihm fotografiert die Spurensicherung den Tatort. Ein Stück weiter steht ein rotes, blickdichtes Zelt der Feuerwehr. Dort endet eine Blutspur, die rund 100 Meter weiter vorne beginnt. Der 25-Jährige soll in der Straße auch einen 35 Jahre alten Mann tödlich verletzt haben.
Zu Fuß geflüchtet
Der mutmaßliche Täter flüchtete aus der Philipp-Scheidemann-Straße in Richtung der Straßenbahnhaltestelle Oggersheim. Er lief durch die Unterführung unter der Dürkheimer Straße, vorbei an Läden und Passanten. Daher geht die Polizei bisher auch nicht von einem Amoklauf aus, sagte ein Sprecher vor Ort. Denn ein Amokläufer würde maximalen Schaden anrichten wollen. Dies sei hier nicht gegeben. Auf einer Wegstrecke von 500 Metern griff er niemanden an.
Die Flucht endete in einem Drogeriemarkt in der Comeniusstraße gegenüber der Haltestelle. Dort wurde ein dritter Mann zum Opfer. Der 27-Jährige überlebt schwer verletzt. Am Abend heißt es, er sei außer Lebensgefahr. Im Laden wird der mutmaßliche Täter von der Polizei angeschossen. Auch er überlebt. Während die Ermittlungen zum Tatgeschehen und dem Motiv des Täters laufen, versuchen die Oggersheimer zu fassen, was passiert ist.
Geschockte Mutter
Ihre beiden 15- und 16-jährigen Söhne haben die Tat in der Scheidemann-Straße mit ansehen müssen, erzählt eine Mutter. Als sie am Nachmittag zu ihren Kindern kam, sei der Jüngere kreidebleich im Gesicht gewesen. „Ich hoffe so sehr, das meine Kinder kein Trauma davon tragen“, sagt die geschockte Anwohnerin. Überall im Viertel sieht man neben Polizisten in dunkelblauen Uniformen und der Spurensicherung in weißen Schutzanzügen auch Notfallseelsorger, die violette Westen tragen. Sie sprechen mit den Anwohnern und wollen ihnen dabei helfen, das, was sie gesehen und gehört haben, zu verarbeiten.
Vor dem rot-weißen Flatterband der Polizei vor dem Drogeriemarkt tummeln sich Schaulustige. Es kursieren bereits Fotos und Videos der Tat im Internet. Im sozialen Netzwerk Tiktok etwa ist ein Bild zu sehen, das wohl den toten 20-Jährigen zeigen soll. „Das ist strafbar“, mahnt ein Polizeisprecher und weist auf ein Hinweisportal der Polizei hin, wo Bildmaterial hochgeladen werden kann. Südwest
Zeugen gesucht
Die Polizei richtet am Mittwoch zwischen 10 und 13 Uhr eine Zeugenanlaufstelle am Gemeindezentrum Oggersheim II in der Comeniusstraße 16 ein. Videos und Fotos der Tat können unter rlp.hinweisportal.de eingereicht werden. Außerdem können sich Zeugen unter 0621 963 2625 bei der Polizei melden.
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