Ukraine Odessa – das Tor zum Schwarzen Meer

Die durch russische Angriffe beschädigte Verklärungskathedrale in Odessa.
Die durch russische Angriffe beschädigte Verklärungskathedrale in Odessa.

Die Millionenstadt Odessa mit ihrem Güterhafen gilt als Tor der Ukraine zum Schwarzen Meer. Seit Tagen ist Odessa das Ziel massiver russischer Luftangriffe.

Wohl im 13. Jahrhundert gründeten ostslawische Siedler auf dem Gebiet des heutigen Odessa einen ersten Hafen, der in den folgenden Jahrhunderten immer wieder neue Herren erlebte: Tataren, Polen und Litauer, für die längste Zeit die Osmanen, die hier 1526 eine Festung anlegten, und 1789 russische Kosaken. 1794 wurde unter Zarin Katharina II. („der Großen“) die eigentliche Stadt Odessa gegründet; ein massiver Ausbau zum Kriegs- und Handelshafen begann. Er wurde der wichtigste russische Schwarzmeerhafen und nach 1880 der zweitgrößte in Russland nach Petersburg. Wichtigstes Exportgut Odessas war seit jeher ukrainisches Getreide.

Nach dem Krimkrieg (1853 bis 1856) wurde 1865 die Universität gegründet. Zugezogene Minderheiten von Juden, Griechen und Bulgaren prägten im 19. Jahrhundert die weltoffene Kultur Odessas stark mit; noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts waren rund 30 Prozent der Stadtbevölkerung jüdisch.

Stadt mit kosmopolitischem Flair

Im Ersten Weltkrieg besetzten deutsche Soldaten Odessa, und nach der Russischen Revolution tobte für einige Jahre ein verheerender Bürgerkrieg in der Stadt. 1920 übernahmen die Sowjets die Herrschaft; es folgte 1921 eine schwere Hungersnot. Im Zweiten Weltkrieg zerstörte die deutsche Wehrmacht große Teile der historischen Bausubstanz, ermordete Zehntausende Juden.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind die Ukrainer statt zuvor der Russen die größte Bevölkerungsgruppe in Odessa. Trotz Kriegsgräueln und Sowjetherrschaft hat die Stadt mit ihren mehr als 100 Nationalitäten bis heute einen besonderen kosmopolitischen Nimbus als lebensfreudig, freiheitsliebend, aufgeschlossen für internationale Einflüsse und fremde Anschauungen. Viele, auch russische Schriftsteller wie Alexander Puschkin, Nikolai Gogol oder Maxim Gorki fanden hier Inspiration. Partnerstadt in Deutschland ist Regensburg.

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