Fragen und Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel Militärpolizei der Bundeswehr übt in der Pfalz

Die Feldjäger der Bundeswehr koordinieren Truppenbewegungen im zivilen Verkehr.
Die Feldjäger der Bundeswehr koordinieren Truppenbewegungen im zivilen Verkehr.

Feldjäger der Bundeswehr trainieren derzeit in einem riesigen Übungsgebiet in der Pfalz, Kurpfalz und in Baden ihre Fähigkeiten.

Wer übt da und wie lange?
850 Soldatinnen und Soldaten nehmen laut Bundeswehr an der Übung Orange Road 2026 teil. Sie gehören vor allem zum Feldjägerregiment 3 in München. Feldjäger sind die Militärpolizei der Bundeswehr. An der Übung nehmen aber auch Teile des deutsch-britischen Pionierbrückenbataillons 130 aus Minden in NRW, Polizei, Behörden, ehrenamtliche Rettungskräfte, die Berufsfeuerwehr Heidelberg und das Universitätsklinikum Heidelberg teil. Orange Road hat am Montag begonnen und dauert noch bis 30. April. Der Schwerpunkt der Übung fällt auf das kommende Wochenende. Ähnlich üben die Feldjäger bundesweit mehrmals im Jahr.

Was sind Feldjäger?
Sie sind die Militärpolizei der Bundeswehr. Zu ihren Aufgaben gehören etwa militärischer Ordnungs- und Verkehrsdienst, Sicherheitsaufgaben, Ermittlungen, Spurensicherung oder Objekt- und Personenschutz.

Was ist besonders an Orange Road?
Die Teilnehmer der Übung trainieren nicht auf einem Truppenübungsplatz, sondern üben im öffentlichen Raum und damit besonders realitätsnah. Die Truppe ist laut Bundeswehr angehalten, die Störung im alltäglichen Leben möglichst gering zu halten. Dennoch könne es „in Einzelfällen“ zu einem Kontakt mit Bürgern beispielsweise auf den Straßen kommen. Zur realitätsnahen Simulation des Einsatzes seien Laiendarsteller engagiert, die mit der Truppe trainierten. Es werden auch Drohnen eingesetzt. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht laut Bundeswehr nicht, da die Soldaten mit Munition ohne Projektil, sogenannter Manövermunition, trainieren.

Was ist auf den Straßen zu erwarten?
Es kann zu Einschränkungen des Verkehrs kommen. 250 leicht- und ungepanzerte Fahrzeuge sind an Orange Road beteiligt. Panzer nehmen nicht teil. Bei einer geplanten Gewässerüberquerung im Raum Speyer werden aber Faltschwimmbrücken des beteiligten Pionierbrückenbataillons 130 eingesetzt. Die Pontons werden auf großen Lkw transportiert, von dort zu Wasser gelassen und können zu Brücken oder Fähren gekoppelt werden. Laut Polizei gelten Militärkolonnen als ,ein Fahrzeug’ und dürfen zusammenbleiben. Ein Unterbrechen der Kolonne durch Einscheren ist demnach nicht erlaubt.

Was übt die Militärpolizei?
Sie trainiert Marschbegleitung, Verkehrslenkung, den Umgang mit Bedrohungen etwa durch Drohnen, die Zusammenarbeit mit den Pionieren bei einer Gewässerüberquerung bei Speyer über den Rhein, den Schutz kritischer Infrastruktur am Beispiel eines Tanklagers in Kehl und „Aspekte des Kriegsgefangenenwesens“, was die Feldjäger nicht näher erläutern wollten.

Wann wird genau wo geübt?
Bekannt ist der etwa 6000 Quadratkilometer große Übungsraum (siehe Grafik) mit Schwerpunkten in den Bereichen Bruchsal, Speyer, Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe und Kehl. Der genaue Ablauf der Übung wird laut Feldjäger bewusst offen gehalten, um mit den Soldaten möglichst flexible Szenarien zu üben.

Warum üben die Feldjäger das?
Regelmäßige realitätsnahe Übungen gewährleisten den notwendigen Ausbildungsstand der Soldaten. In einem Bündnis- oder Verteidigungsfall wird Deutschland laut Bundeswehr durch seine zentrale Lage zur Drehscheibe für die Verlegung von Nato-Partnern. Dabei sorgen besonders Feldjäger für einen sicheren und geordneten Ablauf.

polibundeswehruebung
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