Politik Mehr Geld, mehr Flexibilität

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«Stuttgart.» Die Tarifparteien der Metall- und Elektroindustrie haben sich in einem wegweisenden Pilotabschluss auf flexiblere Arbeitszeiten und eine deutliche Lohnerhöhung geeinigt.

„Die IG Metall hat heute einen Durchbruch für eine moderne Arbeitszeitkultur geschafft“, sagte Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler gestern. Erstmals standen in den Tarifverhandlungen nicht die Lohnerhöhungen im Fokus, sondern die höhere Flexibilität, die sich Arbeitnehmer bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeit wünschen. Ab kommendem Jahr können Metaller, die sich beispielsweise stärker um ihre Kinder oder pflegebedürftige Angehörige kümmern wollen, ihre Wochenarbeitszeit auf bis zu 28 Stunden reduzieren. Im Gegenzug erhalten Unternehmen die Möglichkeit, Mitarbeiter auch mit mehr als den üblichen 35 Wochenstunden zu beschäftigen. Die Gehaltserhöhung der bundesweit 3,9 Millionen Metall-Beschäftigten belaufe sich auf 4,3 Prozent sowie mehrere Pauschalen, erklärte IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger. Dem Tarifabschluss waren bundesweite Warnstreiks vorausgegangen. Zehntausende Beschäftigte hatten sich an den über mehrere Tage verteilten befristeten Ausständen beteiligt. Die nun in Baden-Württemberg erzielte Einigung gilt als sogenannter Pilotabschluss, dem in der Regel alle übrigen Tarifbezirke folgen. Johannes Heger, Präsident der pfälzischen Metall-Arbeitgeber, bewertete es als positiv, dass der Abschluss den Unternehmen mehr Möglichkeiten gibt, das Arbeitszeitvolumen insgesamt zu erhöhen. Laut Heger wird am Freitag mit der IG Metall über die Übernahme des Abschlusses verhandelt. Der Abschluss im größten deutschen Industriezweig hat Signalcharakter für andere Branchen. In diesem Jahr stehen Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst, der Chemie, dem Bauhauptgewerbe sowie bei Post, Bahn und Telekom an. Kommentar, Hintergrund: Seite 2

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