Politik Mallorca: IS-Rekrutierer festgenommen

Mallorca gilt als friedlich und sicher. Nun stört die Nachricht von der Zerschlagung einer mutmaßlichen islamistischen Terrorzelle die Ruhe im Ferienparadies.
Der spanische Innenminister Juan Ignacio Zoido teilte mit, dass vier Terrorverdächtige auf der Baleareninsel verhaftet worden seien. Die Festnahmen fanden in den Orten Inca, Ariany und Binissalem im Inselzentrum statt. Die Dschihadisten sind nach Angaben des Innenministers Anhänger der Terrororganisation IS, welche die Verantwortung für die meisten Terroranschläge der jüngeren Zeit in Europa übernommen hat. Die Mallorca-Zelle habe in Verbindung zu zwei weiteren Islamisten in Dortmund und im britischen Birmingham gestanden, die ebenfalls in einer koordinierten Aktion mit den dortigen Sicherheitskräften festgesetzt worden seien, berichtete Innenminister Zoido. Ob die sechs mutmaßlichen Extremisten konkrete Terrorpläne hatten, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Die Durchsuchungen und Ermittlungen waren bei Redaktionsschluss noch nicht abgeschlossen, weitere Festnahmen seien möglich, hieß es. Sicher scheint zunächst nur, dass sich die sechs der Terrorpropaganda, der Rekrutierung und der Ausbildung neuer gewaltbereiter Islamisten sowie der Finanzierung des IS-Krieges in Syrien widmeten. Bereits im April 2016 war ein offenbar gewaltbereiter Islamist auf Mallorca, und zwar in der Inselhauptstadt Palma, verhaftet worden. In Spanien gilt seit zwei Jahren die zweithöchste Terrorwarnstufe 4. Zuletzt hatten baskische Terroristen im Jahr 2009 auf Mallorca zwei Polizisten mit einer Autobombe getötet. Islamistische Terroristen schlugen in Spanien 2004 zu: Damals sprengte ein Kommando in Madrid vier Vorortzüge in die Luft und tötete 191 Menschen.