Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar zu Metall-Tarifvertrag: Richtig und wichtig

BMW und andere Autohersteller stellen die Produktion wegen der Corona-Krise ein.
BMW und andere Autohersteller stellen die Produktion wegen der Corona-Krise ein.

Der Tarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie setzt in Zeiten der Corona-Krise Zeichen, auch für andere Branchen.

Die diesjährige Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie stand von Beginn an unter besonderen, keineswegs günstigen Vorzeichen: Große Teile der Branche und insbesondere die Autoindustrie kämpfen mit den Herausforderungen der Transformation, zu der der Übergang vom Verbrennungs- zum Elektromotor gehört. Nicht umsonst verzichtete die IG Metall auf eine konkrete Lohnforderung. Krise ist bei „M&E“ also schon länger kein Fremdwort mehr.

Aber mit dem Coronavirus hat sich die Lage nun innerhalb ganz kurzer Zeit extrem zugespitzt. Schon in Kürze werden Millionen Menschen in Kurzarbeit gehen müssen; ein beträchtlicher Teil in „Kurzarbeit null“. In dieser Situation haben IG Metall und Metall-Arbeitgeber ein richtiges und über die Branche hinaus wichtiges Zeichen gesetzt. Ähnlich wie in der schweren Finanzkrise 2009 ziehen die Tarifparteien in Deutschlands Leitbranche an einem Strang, zum Wohl der Unternehmen und der Beschäftigten. Was da beispielsweise in Sachen Kurzarbeitergeld vereinbart wurde, kann Vorbild für andere sein.

Größte Härten müssen abgefedert werden

Denn machen wir uns nichts vor: Gerade Menschen mit eher geringen Einkommen werden mit dem gesetzlich vorgesehenen Kurzarbeitergeld kaum über die Runden kommen; vor allem, wenn sich dieser Zustand über längere Zeit hinzieht. Hier muss die Politik, müssen die Verantwortlichen in den Unternehmen, wo immer möglich Instrumente finden, um die größten Härten abzufedern und damit den Betroffenen die Angst zu nehmen. Wie das gehen kann, wird in der Metallindustrie, wo auch betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen wurden, gerade demonstriert.

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