Politik Kommentar: Knallharte Kraftprobe

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In der Metall- und Elektroindustrie lassen beide Seiten den Tarifkonflikt

eskalieren. Unter diesen Umständen wird eine Einigung immer schwieriger.

Die IG Metall bringt mit dem 24-Stunden-Warnstreik ein neues „Folterwerkzeug“ zum Einsatz, die Arbeitgeber hieven die Auseinandersetzung von der (tarif-)politischen auf die juristische Ebene: Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie entwickelt sich zu einer in dieser Härte lange nicht mehr erlebten Kraftprobe. Und auch wenn beide Seiten betonen, jederzeit gesprächs- und einigungsbereit zu sein, ist inzwischen nicht mehr auszuschließen, dass der Konflikt um kürzere Arbeitszeiten und einen teilweisen Lohnausgleich in einen unbefristeten Arbeitskampf mündet – den eigentlich niemand will. Damit es dazu nicht kommt, müssen die Verantwortlichen auf beiden Seiten jetzt kühlen Kopf bewahren und ausloten, was zumutbar ist – der eigenen Klientel, aber auch der Gegenseite. Nach allem, was über die am Wochenende gescheiterten Verhandlungen nach außen dringt, waren sich IG Metall und Arbeitgeber im Südwesten schon ziemlich nahe, lagen kreative Lösungsvorschläge auf dem Tisch. Daran gilt es anzuknüpfen, wenn die Gespräche – möglichst bald! – wieder aufgenommen werden. Allerdings wird es dann nicht einfacher, eine Lösung zu finden. Denn mit ihrer harten Haltung haben Gewerkschaft und Arbeitgeber in den jeweils eigenen Reihen große Hoffnungen geweckt und die Erwartung geschürt, die andere Seite werde irgendwann klein beigeben. Ein Tarifabschluss aber, bei dem eine Seite als Verlierer dasteht oder sich als solcher fühlt, ist kein guter.

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