Politik RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar: Kein Aufwind für Impfgegner

Die Impfung gegen Masern hält der Ethikrat für absolut sinnvoll.  Foto: dpa
Die Impfung gegen Masern hält der Ethikrat für absolut sinnvoll.

Der Ethikrat ist gegen eine Masernimpfpflicht bei Kindern. Das bedeutet aber keine Unterstützung für Impfgegner.

Die Stellungnahme des Deutschen Ethikrats zur von Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) geplanten Masern-Impfpflicht dürfte so manchem überzeugten Impfgegner zunächst gefallen haben: Das Gremium, in dem unter anderem Wissenschaftler, Mediziner und Theologen sitzen, spricht sich gegen die von Spahn geplante Impfpflicht für Kita- und Schulkinder aus. Aber nur, weil die Impfquoten beim Nachwuchs recht hoch sind. Das Geschäft der Impfgegner, von denen manche auch Verschwörungstheoretiker sind, betreibt der Rat nicht.

Im Gegenteil: Der Ethikrat macht Vorschläge, wie die Impfquoten bei Kindern auf andere Weise erhöht werden können: Kontrolle des Impfstatus, Impftage in Schulen und Kitas. Der Rat sieht sogar eine moralische Pflicht der Bürger, sich selbst und die eigenen Kinder gegen Masern zu impfen, um diejenigen zu schützen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.

Mediziner warnen vor Masernpartys

Es gibt auch andere Fachleute, die gegen eine Impfpflicht sind. Mediziner, die fürchten, dass Masernpartys wieder in Mode kommen, dass Kinder also absichtlich angesteckt werden, um der Spritze beim Arzt zu entgehen. Oder Juristen, die Spahns Plan für unvereinbar mit dem Grundgesetz halten. Ihnen allen ist gemein, dass sie nicht gegen Impfungen sind, dass sie deren Sinn nicht anzweifeln. Sie diskutieren nur über den richtigen Weg zu höheren Impfquoten.

Das bedeutet keinen Aufwind für Impfgegner, sondern heftigen Gegenwind.

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