Politik RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar: Historisch schlechtes Wahlergebnis für IG-Metall-Chef

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Nur 71 Prozent Ja-Stimmen: Mit diesem Ergebnis hat der IG-Metall-Kongress dem Vorsitzenden Jörg Hofmann einen heftigen Dämpfer verpasst.

Gewählt ist gewählt, so ließe sich das Ergebnis für Jörg Hofmann bei seiner Wiederwahl zum IG-Metall-Vorsitzenden abhaken. Aber die IG Metall und auch Hofmann selbst sind gut beraten, es nicht dabei zu belassen. Schließlich bedeuten 71 Prozent Ja-Stimmen für Hofmann ein historisch schlechtes Abschneiden. Nur Jürgen Peters erhielt 2003 noch weniger Stimmen – allerdings tobte damals in der IG Metall ein Macht- und Richtungskampf zwischen den Anhängern von Peters und denen Berthold Hubers.

Ausdruck von Verunsicherung

Diese innere Zerrissenheit hat die IG Metall seit Jahren überwunden. Wenn ein knappes Drittel der Delegierten dem bislang als weitgehend unbestritten geltenden Mann an der Spitze dennoch die Zustimmung verweigert, muss das andere Gründe haben. Gründe, die auch, aber nicht nur in der Person und Arbeit Hofmanns liegen mögen. Fakt ist jedenfalls: Mit diesem Votum haben die Delegierten ihren Vorsitzenden beschädigt.

Möglicherweise ist der heftige Dämpfer für Hofmann auch Ausdruck einer tief sitzenden Verunsicherung. Jahrelang konnte die IG Metall Erfolge feiern, in der Tarifpolitik ebenso wie auf anderen Feldern. Nun aber stehen in zahlreichen Branchen und Betrieben die Zeichen auf Sturm, herrscht bei vielen Beschäftigten die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Und alle wohlklingenden Forderungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die IG Metall auf viele der sich daraus ergebenden Fragen noch keine Antwort hat.

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