Politik Kommentar: Einstiegsversuch

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Die Forderung der IG Metall nach „verkürzter Vollzeit“ dürfte zum

eigentlichen Knackpunkt der Tarifverhandlungen werden.

Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie werden auch jenseits der Branche mit Interesse verfolgt. Denn häufig diente der Abschluss zwischen IG Metall und den Metall-Arbeitgebern schon als Orientierung für andere Sektoren. In diesem Jahr ist die Ausgangslage jedoch eine spezielle: Neben höheren Einkommen will die IG Metall auch einen Anspruch auf sogenannte verkürzte Vollzeit durchsetzen. Dies soll den Beschäftigten ermöglichen, ihre Arbeitszeit vorübergehend zu verkürzen, etwa weil zu Hause Kinder zu betreuen sind. Die IG Metall, die in Sachen Arbeitszeit schon manche Wegmarke gesetzt hat, will mit dieser Forderung ein neues Kapitel aufschlagen: keine pauschale Arbeitszeitverkürzung für alle, stattdessen stärkere Orientierung an den Bedürfnissen und Erfordernissen des einzelnen Mitarbeiters. Die Reaktionen der Arbeitgeber lassen erahnen, dass dies der eigentliche Knackpunkt der nächsten Tarifrunde werden dürfte. Aber selbst wenn der Gewerkschaft zumindest der Einstieg in solch ein Arbeitszeitmodell gelingt, ist keineswegs ausgemacht, dass andere diesem Beispiel folgen würden. Zum einen, weil das Lohnniveau mancherorts zum Teil deutlich unter dem in der Metallindustrie liegt, weshalb es in diesen Bereichen in allererster Linie um mehr Geld geht. Zum anderen, weil das Thema Arbeitszeit in manchen Branchen ganz anders diskutiert wird: Dort würden viele Teilzeitbeschäftigte gerne länger arbeiten, finden damit beim Arbeitgeber aber kein Gehör.

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