Politik Kohl-Nachlass: Witwe für Stiftung in Ludwigshafen
Die Witwe des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl, Maike Kohl-Richter, will erst den Rechtsstreit um das Buch „Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle“ beenden, bevor sie eine Helmut-Kohl-Stiftung ins Leben ruft. Als Sitz kann sie sich Ludwigshafen-Oggersheim vorstellen. „Man muss natürlich den Helmut Kohl auch anfassbar machen. Man muss den Leuten auch eine Möglichkeit geben, wie man so schön sagt, mal ins Schlafzimmer zu gucken, also mal in das Wohnzimmer zu gehen. Seine Strickjacken mal irgendwo hinhängen", sagte Kohl-Richter im "Deutschlandfunk". Der Ort dürfe aber kein Museum sein. Wenn es Sinn mache, werde sie in dem Verfahren gegen den früheren Kohl-Ghostwriter Heribert Schwan durch alle Instanzen gehen. Kohl-Richter will eine Entschädigung von einer Million Euro erhalten, zu der Schwan verurteilt worden war, weil in seinem Buch unautorisierte Zitate Kohls veröffentlicht wurden. Das Landgericht Köln hatte Kohl die Summe kurz vor seinem Tod 2017 zugesprochen. Das Kölner Oberlandesgericht aber hat entschieden, dass der Anspruch auf Geldentschädigung nicht vererbbar sei. Kohl-Richter betonte gegenüber dem Deutschlandfunk, sie wolle Ansprechpartnerin für den Nachlass ihres Mannes sein. Es gehe nicht darum, „dass ich alleine herrsche“. Sie kritisierte die Berichterstattung über ihre Person, in der sie die Witwe sei, „die auf den Akten sitzt“: „Das ist respektlos, das ist unwürdig, und das Schlimme ist: Es ist unwahr.“