Rheinland-Pfalz Immer weniger alte Menschen infiziert
Noch werden jeden Tag in Rheinland-Pfalz Dutzende von Corona-Infektionen festgestellt – aber die Zahlen sind deutlich zurückgegangen. Vor allem aber stecken sich inzwischen weniger Menschen in der älteren Bevölkerung an, für die das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs besonders hoch ist. „Das ist mit Sicherheit eine Wirkung der Impfung“, erläuterte der Mainzer Virologe Bodo Plachter.
Bei den Rheinland-Pfälzern im Alter zwischen 80 und 89 Jahren lässt sich anhand der Daten des Landesuntersuchungsamtes gut erkennen, wie die Impfungen die Infektionen seit Beginn des Jahres eingedämmt haben. Im Januar war noch gut jeder zehnte Infizierte (elf Prozent) in dieser Altersgruppe. Im Mai waren es nach vorläufigen Zahlen nur noch 1,5 Prozent. Als Angehörige der Prioritätsgruppe 1 wurden die über 80 Jahre alten Menschen zuerst geimpft.
Auch bei den 70- bis 79-Jährigen gingen die Infektionen zurück (von 6,7 Prozent im Januar auf 3,4 Prozent im Mai). Der Anteil der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen ging von 9,7 Prozent im Januar auf 7,7 Prozent im Mai zurück.
Und wie geht es jetzt weiter?
Die größten Anteile von Infizierten in Rheinland-Pfalz stellten im Mai nach vorläufigen Daten die jungen Menschen von 20 bis 29 Jahren (16,1 Prozent) und die 30- bis 39-Jährigen (15,5 Prozent). Tendenziell zugenommen haben die Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. Dies ist nach Meinung des Virologen Plachter auch auf die verstärkten Testungen in Kitas und Schulen zurückzuführen.
Und wie geht es jetzt weiter? Wird es einen entspannten Sommer geben? „Es ist möglich, dass wir auch aufgrund von Lockerungen und zunehmenden Kontakten wieder einen Anstieg erleben werden“, schätzt Plachter. Die Hoffnung sei aber, dass dieser dann aufgrund der Impfungen moderater ausfalle als noch zum Jahreswechsel. Zuversichtlich zeigte sich diesbezüglich auch der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD): „Man kann nichts ausschließen, ich bin aber optimistisch.“
Unterdessen geht der Wirbel angesichts des Betrugsverdachts bei Corona-Testzentren weiter. Der Deutsche Städtetag forderte am Sonntag Konsequenzen. „Es muss rasch geklärt werden, wie Kontrollen verstärkt und ob Abrechnungsverfahren verändert werden müssen“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen am Montag nach Angaben des Bundes über den Betrugsverdacht bei Corona-Teststellen beraten. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte „stichprobenartig mehr Kontrollen“ angekündigt.
