Meinung Hohe Preise: Wohnen bleibt ein heikles Thema
Mit Glück und viel Geld lässt sich auch in begehrten Gegenden der Pfalz wie im Rhein-Pfalz-Kreis, in Neustadt, Speyer, Landau, Bad Dürkheim, der Wissenschaftsstadt Kaiserslautern oder Frankenthal eine Immobilie finden und bezahlen. Die Preise sind in begehrten Regionen nach wie vor hoch – sowohl was das Kaufen, das Bauen oder das Mieten von Häusern oder Wohnungen angeht. Experten gehen nach einem zuletzt leichten Preisrückgang in vielen Gegenden für 2025 wieder von einem moderaten Anstieg der Preise aus. Das Problem bleibt: Es gibt zu wenig Wohnraum vor allem in wirtschaftsstarken Regionen, die viele Arbeitsplätze oder kurze Wege zum Arbeitsplatz bieten. Ein Kaufpreis von 400.000 Euro ist für eine 100-Quadratmeter-Eigentumswohnung in der Vorderpfalz keine Seltenheit.
Preise haben sich zum Teil mehr als verdoppelt
In etlichen Regionen in Deutschland – auch in vielen Teilen der Pfalz – haben sich die Immobilienpreise seit 2011/12 mehr als verdoppelt. Die Lohnentwicklung indes hat bei den allermeisten nicht mitgehalten. So wird bei Haus- oder Wohnungskäufern heutzutage ein deutlich höherer Anteil des Nettoeinkommens für die Raten des Immobilienkredits fällig. Dazu kommen die zugleich ebenfalls überproportional stark gestiegenen Energiekosten.
Das können gerade viele junge Familien, die teils dringend mehr Wohnraum bräuchten, trotz ordentlichem Einkommen nicht stemmen. Wenn sie nicht etwa vermögende Eltern kräftig anzapfen können. So ist die Erfüllung des Traums vom Eigenheim auch eine Frage der Priorisierung. Auto, zweimal im Jahr länger in Urlaub, eigenes Haus – alles zusammen wird für viele immer schwerer finanzierbar. Frühes Sparen fürs Wohnen ist angebracht. Eine neue Studie wirft zudem beim Wunsch nach einem Eigenheim zu Recht die Frage der Angemessenheit auf. In Deutschland verfügt ein Mensch aktuell über deutlich mehr Wohnfläche als in anderen Ländern.
Kleinere Einheiten – Renaissance des Reihenhauses
So müssen viele Mosaiksteine ineinandergreifen, um mehr Wohnraum zu schaffen. Weil die geburtenstarken Jahrgänge in Ruhestand gehen, braucht es ohnehin mehr Wohnungen für die nötigen ausländischen Fachkräfte. Es gibt viele Möglichkeiten, Wohnraum zu schaffen, damit das Angebot zu vergrößern und so die Preise zu drücken. Die Einheiten können kleiner und trotzdem hochwertig und energetisch sinnvoll sein. Reihenhaus und Doppelhaushälfte erleben eine Renaissance. Der in Deutschland hohe Standard kann auch niedriger ausfallen, je nach Priorität des Käufers. Die Aufteilung auf dann weniger Fläche, als es sie in vielen bisher geplanten großen Häusern gab, muss pragmatisch, effizient sein. Weniger Flur etwa, kleinere Bäder.
Freiheit des Wohnens muss gewährleistet sein
Neue staatliche Fördermodelle müssen wirklich zu mehr Wohnraum führen und auch, aber nicht nur zu einem energetisch hohen Level. Die Freiheit für Vermögende, größer zu bauen, ohne staatliche Hilfe, muss damit ja nicht eingeschränkt werden. Die Gefahr aber, dass das heikle Thema Wohnen die Gesellschaft noch mehr spaltet, muss die Politik minimieren.
Ob Bauen für jeden sinnvoll ist – oder ob man nicht doch lieber mieten sollte, das ist generell nicht zu beantworten. Das hängt vom Einzelfall, von Lebensentwurf und Lebenssituation ab.