Meinung
Hart, aber fair – so müssen die neuen Corona-Regeln ausfallen
Wenige Stunden vor dem neuerlichen Treffen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Merkel herrscht große Aufregung. Absehbar ist, dass die Anti-Corona-Maßnahmen verschärft werden. Das Problem für die Politik: Sie muss aufpassen, dass sie die Menschen mit neuen Regeln nicht vor den Kopf stößt. Zumindest teilweise werden derzeit Vorgaben ignoriert, weil sie im Detail nicht einleuchten. Hinzu kommt ein Gefühl der Ungerechtigkeit: Warum darf dieses Geschäft öffnen – aber nicht jenes?
In dem verbalen Tumult droht unterzugehen, um was es im Kern geht. Erstens: Zwar hat endlich das Impfen begonnen. Doch auf das Pandemiegeschehen hat das Impfen in den kommenden Wochen keinen Einfluss. Es gibt zu wenig Impfstoff, und geimpft werden vorzugsweise Ältere – also Menschen, die vergleichsweise wenige Kontakte haben. Unter den anderen verbreitet sich das Virus derweil weiter.
Hohe Ansteckungsraten
Zweitens: Die britische Virusmutation ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ansteckender (wenngleich nicht tödlicher). So liegen die Infektionsraten auf den britischen Inseln und in Irland im Vergleich zu denen in Deutschland um einiges höher. Es muss also hierzulande mehr geschehen, um die Ansteckungsgefahr einzudämmen. Denn die Hoffnung, die Mutation könne ferngehalten werden, ist mehr als trügerisch.
Schärfere Regeln und mehr Menschen mitnehmen: Das muss die Politik jetzt schaffen.