Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Getreideabkommen: Es muss schnell verhandelt werden

Das mit Getreide beladene Frachtschiff „Lady Zehma“ ankerte im September 2022 im Marmarameer.
Das mit Getreide beladene Frachtschiff »Lady Zehma« ankerte im September 2022 im Marmarameer.

Das Getreideabkommen zwischen Russland und der Ukraine könnte bald auslaufen, die UN sind in Sorge. Für Hungernde weltweit wäre das fatal.

Dass Russlands Armee in der Ukraine jeden Tag für Tod und Zerstörung sorgt, ist seit einem Jahr traurige Realität. Doch das Leid, das dieser Krieg verursacht, geht weit über die Grenzen der Ukraine und Europas hinaus. Denn die Ukraine ist nach Russland größter Getreideproduzent des Kontinents. Mais, Weizen und Gerste, die auf ukrainischen Feldern angebaut werden, landen auf den Tellern überall in der Welt.

Indem der russische Machthaber Wladimir Putin zu Beginn der Invasion die ukrainischen Schwarzmeerhäfen blockieren ließ, sorgte er für Hunger in Äthiopien oder dem Jemen. Denn durch den Krieg kamen Lieferungen nicht an, die Preise für Getreide und Dünger stiegen. Das trifft besonders die Ärmsten.

Beide Seiten misstrauen sich

Erst mit dem Abkommen vom Juli 2022 lief der Export ukrainischen Getreides wieder an. Doch eben dieses Abkommen droht am 19. März auszulaufen. Daher ist es so wichtig, dass UN-Generalsekretär Antonio Guterres nach Kiew gereist ist, um über dessen Verlängerung zu verhandeln.

Doch die Verhandlungen sind schwierig. Kiew will, dass ein vierter Hafen zum Export von Getreide genutzt werden kann. Das könnte die dringend benötigten Einnahmen für die ukrainische Wirtschaft steigern. Andererseits fordert Russland, dass Sanktionen für den Export seiner Agrarprodukte gelockert werden. Viel Zeit dies aufzulösen bleibt nicht, zumal sich beide Seiten misstrauen.

Es wäre wichtig, das Getreideabkommen zu verlängern. Denn es ist auch ein Hoffnungsschimmer, der zeigt, dass in diesem Krieg die Diplomatie noch nicht ganz an ihr Ende gekommen ist. Wie das Ende des Krieges hängt auch das Getreideabkommen letztlich am Willen Putins.

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