KOMMENTAR Gemäßigter wird die AfD nicht

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Die AfD will ihre Jugendorganisation neu aufstellen. Die Pläne bedeuten keine Abkehr von betont radikalen politischen Positionen.

Politische Jugendorganisationen von Parteien treten gerne noch etwas lauter und radikaler auf als ihre jeweiligen Mutterparteien. Die Positionen der „Jungen Alternative“ (JA) aber sind dermaßen radikal, dass die Jugendorganisation der AfD seit 2023 vom Verfassungsschutz bundesweit als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft wird.

Nun will die AfD-Führung die JA auflösen und eine neue Nachwuchsorganisation ins Leben rufen. Damit will die AfD sich, so stellte es Ko-Parteichefin Alice Weidel am Dienstag dar, mehr Möglichkeiten eröffnen, bei ihrer Jugendabteilung durchzugreifen. Mit anderen Worten: Das Gebaren des Parteinachwuchses soll stärker kontrolliert werden. Denn bisher agiert die JA weitgehend unabhängig von der Mutterpartei; viele ihrer Mitglieder gehören nicht der AfD an – das soll sich ändern.

AfD hat sich immer weiter radikalisiert

Es mag Zufall sein, dass es diese Bestrebungen gerade jetzt, wenige Wochen vor der Bundestagswahl, gibt. Eine Wahl, bei der die AfD versuchen wird, sich als „normal“ zu präsentieren. Dabei sollte eines nicht außer Acht gelassen werden: Die AfD als Gesamtpartei ist in den vergangenen Jahren immer radikaler geworden. In ihren Reihen finden sich viele, auch führende Vertreter wie Björn Höcke, die offen extreme und verfassungsfeindliche Positionen vertreten. Deshalb wäre es ein Trugschluss zu glauben, die Reform der Jugendorganisation sei ein Zeichen für einen gemäßigteren Kurs der AfD.

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