Meinung Friedrich Merz mit gefährlicher Rententaktik

Gegen ein höheres Rentenalter als 67: CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz.
Gegen ein höheres Rentenalter als 67: CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz.

CDU-Chef Merz positioniert sich gegen ein höheres Renteneintrittsalter. Ein taktischer Schachzug, der ihn Glaubwürdigkeit kostet.

Das Grundsatzprogramm der CDU formuliert es klar: „Wenn wir unsere Rente stabil und finanzierbar halten wollen, spricht viel dafür, dass die Lebensarbeitszeit für diejenigen, die arbeiten können, steigen muss.“ Die Regelaltersgrenze müsse an die Lebenserwartung gekoppelt werden, heißt es weiter. Nur einer scheint sich nicht daran gebunden zu fühlen: ausgerechnet CDU-Chef Friedrich Merz. Beim Treffen der Jungen Union am Wochenende sagte er: „Wir brauchen ein gesetzliches Renteneintrittsalter. Und dieses gesetzliche Renteneintrittsalter sollte bei 67 bleiben“, sagte Merz.

CDU-Chef wirft Parteigrundsätze über Bord

Die Debatte um die Rente ist in vollem Gange. Die Spitzen der Ampel haben sich auf ein Rentenpaket geeinigt, das das gegenwärtige Niveau der Alterssicherung bis Ende der 2030er Jahre sichern soll. Doch weil es vor allem für die Jüngeren zu steigenden Beiträgen führt, gibt es viel Kritik an dem Vorhaben.

Auch Friedrich Merz führt oft das Wort „Generationengerechtigkeit“ im Mund. Doch er traut sich offenbar nicht dafür einzustehen, was seine Partei in ihrem Programm festgelegt hat. Seine Überlegung ist durchaus nachvollziehbar: Menschen, die in absehbarer Zeit in Rente gehen, machen einen Großteil der Wählerschaft aus. Und die SPD versucht Merz im beginnenden Wahlkampf als kaltherzigen Kapitalisten hinzustellen. Der CDU-Chef will den Sozialdemokraten keine Angriffsfläche bieten – und wirft aus Angst Parteigrundsätze über Bord.

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