Studie aus Deutschland
Frankreich verbittet sich Kritik an seiner Ukrainehilfe
In seinen Reden klingt Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron oft kompromisslos und eindeutig. Das gilt auch mit Blick auf die Unterstützung der Ukraine. Bei dem Angriff durch Russland auf das Land handle es sich „um die größte Bedrohung für Frankreich in der Welt“, versicherte der französische Präsident erst Mitte Januar. „Wir dürfen Russland nicht gewinnen lassen“, betonte er und kündigte die Lieferung von 40 Scalp-Marschflugkörpern, vergleichbar den deutschen Taurus-Raketen, an. Die Letzteren zu liefern, weigert sich bislang Kanzler Olaf Scholz hartnäckig.
Die französischen Versicherungen von der unbedingten Hilfe für die Ukraine scheinen jedoch im Widerspruch zu den Zahlen zu stehen. Denn diesen zufolge hinkt die zweitgrößte Volkswirtschaft und stärkste Militärmacht der EU bei der Unterstützung für die Ukraine hinterher. Laut dem Kieler IfW beläuft sich die französische Militärhilfe bislang auf 540 Millionen Euro – weit weniger also als die 17,1 Milliarden Euro aus Deutschland. Auch Großbritannien mit umgerechnet 6,6 Milliarden Euro und Polen mit drei Milliarden Euro hätten tiefer in die Kassen gegriffen.
Gereizter Ton
Paris weist die Kritik aus Deutschland indes in gereiztem Tonfall zurück. Frankreichs Verteidigungsminister Sébastien Lecornu nannte die Statistik des IfW „weder verlässlich noch haltbar“, da sich diese nur auf Versprechen und Absichtserklärungen stütze – und somit „Blumenkohl mit Karotten“ verglichen werde.
Frankreich veröffentlicht keine Details über Waffenlieferungen. Außerdem argumentiert Paris, die gelieferte militärische Ausrüstung sei – anders als bei anderen Partnern – sofort einsetzbar. Sie sei oft deutlich moderner und von hoher Qualität.